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Umstellung auf Elektroautos : Wird Lithium das neue Öl?

Blick auf den größten Salzsee der Welt, den Salar de Uyuni, im bolivianischen Hochland. Unter der Salzkruste lagern die größten Lithiumreserven der Welt. Bild: dpa

Mit der Zahl der Elektroautos steigt auch die Nachfrage nach Lithium. Innerhalb eines Jahres hat sich der Preis für das Material, das zur Batterieherstellung benötigt wird, mehr als verdoppelt. Lohnt ein Investment?

          Die Debatte um Fahrverbote für Diesel in Städten und ein mögliches Ende des Verbrennungsmotors hat den Preis von Lithium deutlich ansteigen lassen. Innerhalb eines Jahres hat sich der Preis für das Material, das zur Batterieherstellung für Elektroautos verwendet wird, mehr als verdoppelt – nachdem er schon in der Vergangenheit wegen des Einsatzes etwa in Smartphones stark gestiegen war. 12 000 bis 14 000 Dollar verlangen Händler heute für eine Tonne Lithiumkarbonat, die gängige Verbindung des Metalls.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Auch die Aktienkurse großer Förderer und Verarbeiter wie Marktführer Albemarle aus Amerika sowie Orocobre und Galaxy Resources aus Australien konnten seit Anfang 2016 starke Zugewinne verbuchen (siehe Grafik). Die hohe Nachfrage nach Lithium macht Salzseen wie den Salar de Uyuni in Bolivien zu Goldgruben; andere sprechen sogar davon, im Elektroauto-Zeitalter werde Lithium „das neue Öl“.

          „Wir halten Aktien von Lithium-Förderunternehmen in einigen unserer Rohstoff-Fonds, da wir glauben, dass wir auf Zeit einen starken Nachfrageanstieg für diesen Rohstoff sehen werden“, heißt es dazu beim Vermögensverwalter Blackrock. Die Elektroautodebatte habe erheblichen Einfluss auf den Preis, berichtet Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst der Commerzbank. Er hält den Hype nicht für unbegründet: „In Folge des Elektroauto-Booms dürfte sich auch die Nachfrage vervielfachen.“ Er könne sich vorstellen, dass die Elektromobilität durch die Entwicklungen in China und Amerika, aber auch in Frankreich der Nachfrage schneller Impulse geben werde als bislang erwartet, sagte Heinrich Peters, Rohstoffanalyst der Helaba: „Umfangreiche neue Minenkapazitäten sind für 2019 zu erwarten. Bis dahin dürfte das Thema Knappheit kurzfristig immer wieder gespielt werden.“

          HSH-Nordbank: Nachfrage wird sich verzehnfachen

          Vieles ist dabei noch unsicher. Kein Mensch weiß, wie schnell wie viele Elektroautos auf den Straßen der Welt unterwegs sein werden. Unsicher ist auch noch, wie die technische Weiterentwicklung der Batterien verlaufen wird – und ob Lithium dabei wirklich auf Dauer die zentrale Rolle spielen wird.

          Die Analysten der HSH-Nordbank haben dazu trotzdem mal eine Rechnung aufgemacht. Wenn allein Tesla bis 2020 jährlich 500.000 Elektroautos bauen wolle, würden allein dafür 24.000 Tonnen Lithium im Jahr benötigt. Im vergangenen Jahr habe die Weltlithiumproduktion gerade mal 40.000 Tonnen betragen. „Bis zum Jahr 2025 dürfte die weltweite Nachfrage auf jährlich 500.000 Tonnen steigen“, prognostiziert die Bank: „Der Großteil der Nachfrage dürfte dabei auf Elektroautos entfallen.“

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