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Übernahme vor dem Scheitern : Osram-Kurs unter Druck

Ob Mensch, Tier oder Pflanzen: Osram spendet hoffentlich das richtige Licht. Bild: Osram

Die geplante Übernahme des Lichttechnik-Konzerns Osram durch Finanzinvestoren scheint an den Preisvorstellungen eines großen Aktionärs zu scheitern. Der habe wohl zu viel bezahlt, vermuten Händler. Und dürften damit Recht haben.

          Vom ersten Tag an war die Aktie des Lichttechnik-Spezialisten Osram nichts für Anleger, die auf eine stabile Entwicklung Wert legten. Das Auf und Ab der Nachrichten und des Kurses setzt sich auch am Donnerstag fort. Das Minus liegt aktuell bei 7 Prozent. Grund ist, dass wer gedacht hatte, die Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Carlyle sei ausgemacht, sich getäuscht sehen muss.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wie berichtet, will die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI), mit einem Anteil von 9,4 Prozent größter Einzelaktionär, sich mit 35 Euro je Aktie nicht zufrieden geben. Bain und Carlyle haben mit einer Mindestannahmequote von 70 Prozent die Latte hoch gelegt haben, könnte die Übernahme ganz scheitern, wenngleich bis zum Ende der Annahmefrist am  5. September noch Zeit ist.

          Ein Händler meinte eine deutliche Erhöhung des Gebots sei unwahrscheinlich. Die Unzufriedenheit der AGI rühre wohl eher daher, dass diese ihrerzeit deutlich mehr bezahlt habe. Nach Daten des Dienstleisters Bloomberg hat die Allianz je nach angelegtem Durchschnittsprinzip bei ihren Transaktionen seit 2013 zwischen 36,85 und 41,91 Euro bezahlt. Gerade die umfangreichen Zukäufe im zweiten Halbjahr 2017 sind nach Angaben von Bloomberg zu Preisen von deutlich mehr als 60 Euro erfolgt und selbst der Kauf von 6,7 Millionen Aktien im ersten Quartal dieses Jahres noch zu 36,12 Euro.

          OSRAM LICHT AG NA O.N.

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          Über den gesamten Verlauf der Notierung betrachtet, ist das Angebot auch eher knickerig. Noch nicht einmal an jedem vierten Börsentag lag der Osram-Kurs unter diesem Wert, der Durchschnitt waren rund 45 Euro. Allerdings eben nicht in den vergangenen zwölf Monaten, da waren es unter 35 Euro, was die Offerte nun wieder eher angemessen erscheinen lässt.

          Seit Anfang 2018 hatten vor allem wiederholte Senkungen der Prognosen den Kurs gedrückt. Im Juli 2013 war Osram bei rund 23 Euro an der Börse gestartet. Schon im August hatte die Notierung 32 Euro erreicht, ein etwas höheres Niveau also als das, auf dem sie sich derzeit befindet. Dass der Kurs im Januar 2018 einmal 79 Euro erreicht hatte, ist heute verwelkter Lorbeer.

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