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Auslandsanlagen : Deutsches Versagen

Die New Yorker Börse: Deutsche legen im Ausland besonders schlecht an. Bild: Reuters

Die Bilanz über das, was Deutschland mit seinem im Ausland verdienten Geld anstellt, fällt enttäuschend aus. Der Grund ist hausgemacht.

          Die Anhänger von Sportarten wie Rugby oder Eishockey können damit umgehen, wenn deutsche Mannschaften international nur zur zweiten Reihe gehören. International kaum wettbewerbsfähig ist der Exportweltmeister auch mit seinen Auslandsanlagen. Hier liegen die deutschen Erträge deutlich hinter denen anderer Industrieländer. Die Leistungsbilanzüberschüsse werden so leichtfertig verspielt. Dafür gibt es einen Grund:

          Die konservative Anlagepolitik deutscher Investoren. Anleihen machen fast doppelt so viel aus wie Aktien. In Zeiten extrem niedriger Zinsen, oftmals im negativen Bereich, wäre ein umgekehrtes Verhältnis – also deutlich mehr Aktien statt Anleihen – besser. Zumal Anleihen in den vergangenen Jahren alles andere als risikofrei waren, wie der griechische Schuldenschnitt im Frühjahr 2012 gezeigt hat. Sportfreunde können damit leben, wenn sich Deutschland nie für eine WM-Endrunde im Rugby qualifiziert oder in Eishockey-Wettbewerben, abgesehen von wenigen Ausnahmen, meistens nie die vorderen Plätze erreicht. Die älter werdende Bevölkerung Deutschlands kann es sich aber nicht leisten, mit Auslandsanlagen dauerhaft zu versagen.

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