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100 Milliarden Dollar : So strebt Uber an die Börse

Fährt noch Verlust ein: Uber-Limousine in New York Bild: Bloomberg

Der Fahrdienst startet mit der Vorlage seines Börsenprospekts den Countdown für sein Debüt an der Wall Street. Er sagt weitere Verluste voraus – und sorgt sich noch immer um seinen Ruf.

          Der Countdown für den Börsengang des Jahres kann beginnen: Uber hat am Donnerstagabend bei der Aufsichtsbehörde SEC seinen Börsenprospekt eingereicht. Darin gewährt das Unternehmen der Öffentlichkeit die bislang detailliertesten Einblicke in sein Geschäft. Die Vorlage des Prospekts schafft die Voraussetzungen für den Beginn der „Roadshow“, auf der das Uber-Management um den Vorstandsvorsitzenden Dara Khosrowshahi um Investoren werben wird. Der Börsengang an die New York Stock Exchange, bei dem Morgan Stanley und Goldman Sachs als führende Konsortialbanken agieren, könnte dann Anfang Mai stattfinden.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Eine Preisspanne für die Aktien wird in dem Prospekt noch nicht genannt. Medienberichten zufolge peilt Uber derzeit eine Börsenbewertung zwischen 90 Milliarden und 100 Milliarden Dollar an. Das würde sich in den Dimensionen des sozialen Netzwerks Facebooks bewegen, das bei seinem Börsengang im Jahr 2012 mit 104 Milliarden Dollar bewertet wurde.

          In dem Börsenprospekt präsentiert sich Uber als schnell wachsendes Unternehmen, das aber bislang hohe Verluste einfährt. Das kommt auch nicht ganz überraschend, da Uber auch bislang schon ausgewählte Finanzdaten veröffentlicht hat. Nach Angaben im Börsenprospekt stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 42 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. Uber wies zwar einen Nettogewinn von 997 Millionen Dollar aus, der aber vor allem auf den Verkauf seiner unprofitablen Aktivitäten in Russland und Südostasien zurückgeht. Im operativen Geschäft gab es einen Verlust von 3,0 Milliarden Dollar, nach einem Verlust von 4,5 Milliarden Dollar im Vorjahr. Dieser operative Verlust erklärt sich mit hohen Kosten.

          Ebenso wie der Wettbewerber Lyft, der vor wenigen Wochen an die Börse gekommen ist, gibt Uber zum Beispiel viel Geld aus, um Fahrer und auch Kunden anzuwerben. Ubers Aufwendungen für Marketing und Vertrieb lagen im vergangenen Jahr bei 3,2 Milliarden Dollar, also rund 28 Prozent des Gesamtumsatzes. Unter den für einen Börsenprospekt üblichen „Risikofaktoren“ sagt Uber, wegen erheblich steigender Kosten in naher Zukunft weitere Verluste zu erwarten.

          Anzeichen für eine Abschwächung

          Und auch wenn Uber insgesamt noch deutlich wächst, gibt es doch in dem Dokument einige Anzeichen für eine Abschwächung. Im Kerngeschäft als Fahrvermittler stieg der Umsatz 2018 um 33 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar, im Jahr zuvor hatte sich der Umsatz noch fast verdoppelt. Im Schlussquartal 2018 ist der Umsatz im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten sogar gesunken. Mit dem Essenslieferdienst „Uber Eats“, der zweitgrößten Säule des Geschäfts, hat sich der Umsatz im Gesamtjahr 2018 auf 1,5 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Aber auch hier sind die Umsätze im letzten Quartal gefallen.

          Unter den Risikofaktoren im Börsenprospekt weist Uber auch auf die vielen Skandale hin, von denen es in den vergangenen Jahren erschüttert wurde und die dafür gesorgt haben, dass Mitgründer Travis Kalanick 2017 als Vorstandschef von Khosrowshahi abgelöst wurde. Diese Affären nennt Uber in dem Prospekt beim Namen. Zum Beispiel die öffentlichen Vorwürfe einer früheren Mitarbeiterin, wonach Uber sexuelle Belästigung und Diskriminierung in der Belegschaft geduldet habe, oder den Rechtsstreit mit der Google-Mutterholding Alphabet um den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen. Auch eine in sozialen Netzwerken unter dem Schlagwort „#DeleteUber“ gestartete Kampagne aus dem Jahr 2017, die Uber-App auf Smartphones zu löschen, wird erwähnt. Diese Kampagne habe dafür gesorgt, dass innerhalb weniger Tage mehrere Hunderttausende Kunden aufgehört hätten, Uber zu nutzen.

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