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Turbulenzen an der Börse : Wann bricht der Dax aus?

Wie geht es weiter an der Börse in Frankfurt? Bild: dpa

Der Aktienindex Dax pendelt derzeit in einem relativ engen Korridor. Irgendwann wird er ausbrechen. Die entscheidende Frage lautet: nach oben oder nach unten?

          Nachdem der Dax mit einem tiefen Fall zwischen Mitte September und Ende Oktober die Anleger erschreckt hat, versucht er sich an einer Stabilisierung in einem engen Korridor, die sich von Anhängern der technischen Analyse einfach beschreiben lässt. Solange der Dax sein bisheriges Jahrestief von 11.051 Punkten nicht unterschreitet, muss sich der Anleger keine Sorgen machen. Andererseits müsste der Dax über 11.690 Punkte steigen, um eine Erholung zu beginnen, die diesen Ausdruck auch verdient.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Seit gut zwei Wochen pendelt der Dax innerhalb dieses durch 11.051 und 11.690 Punkte begrenzten Korridors, und es wird deutlich, dass sich der Markt derzeit nicht entscheiden kann. Jedes Mal, wenn sich der Index in Richtung 11.690 Punkte begab, wurde die Erholung rasch wieder abverkauft, weil zu wenig Vertrauen in eine neue Hausse besteht. Umgekehrt fanden sich in den vergangenen Wochen immer wieder Käufer, wenn der Dax in Richtung der 11.051 Punkte abtauchte. Für langfristig ausgerichtete Anleger sind diese kurzfristigen Schwankungen ohne Bedeutung und für schnelle Trader dürften sie zu kurzatmig und zu wenig ausgeprägt sein, um systematisch ausgebeutet zu werden.

          Der Aktienmarkt insgesamt sieht derzeit somit nicht sehr spannend aus, auch wenn auf der Ebene der Einzelwerte unerwartete Nachrichten aus Unternehmen immer noch für kräftige Kursausschläge sorgen. So verloren Infineon am vergangenen Montag im Tagesverlauf bis zu 9 Prozent, während für SAP ein Kursabschlag von 5,4 Prozent beobachtet wurde. Am Dienstag brachen Bilfinger im Tagesverlauf um bis zu 10 Prozent ein, während 1&1 Drillisch einen hohen einstelligen Kursgewinn verzeichnete.

          Der Schwung reicht nicht für eine kräftige Erholung

          Diese starken Kursveränderungen von Einzelwerten stehen für die an der Börse unverändert vorherrschende Nervosität, die aus den geringen Schwankungen der Indizes nicht abgeleitet werden kann. Angesichts der vielfältigen politischen Spannungen um den Brexit, um Italien und den Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China ziehe sich der Dax recht gut aus der Affäre, heißt es in einem Kommentar der Helaba. Aber der Schwung reiche halt auch nicht für eine kräftige Erholung.

          Irgendwann wird der Dax aus seinem aktuell engen Korridor ausbrechen. Die entscheidende Frage lautet: nach oben oder nach unten? Aus einer technischen Sicht ist der Aktienmarkt vor einiger Zeit in einen Abwärtstrend eingetreten, der für einen Ausbruch des Marktes unter die Marke von 11.051 Punkte spricht. Dann wäre der Weg offen zu Dax-Ständen unter 10.000 Punkten.

          Für den Ausbruch des Dax aus seinem Korridor nach oben plädiert die DZ Bank auf der Basis wirtschaftlicher Überlegungen. In der DZ Bank hält man den Aufschwung der Weltkonjunktur wegen der Schwellenländer nicht für gefährdet, auch wenn das Wachstum in Nordamerika und in Europa nachlassen sollte. Ende 2019 könnte der Dax nach dieser Lesart 13.300 Punkte erreichen. Mal sehen, wer Recht behält.

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