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Bankenliquidität begrenzt : Türkische Lira weiter auf Talfahrt

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Die türkische Lira ist wieder weniger wert. Bild: Reuters

Die türkische Lira verliert jüngst weiter an Wert, liegt aber noch über dem Allzeittief von Mitte August. Schwache Konjunkturdaten und das Handelsbilanzdefizit drücken auf den Kurs. Nun hat die türkische Notenbank die Bankenliquidität wieder begrenzt.

          Die türkische Lira hat ihre Talfahrt am Mittwoch fortgesetzt. Am Morgen verlor die Währung sowohl zum Dollar als auch zum Euro mehr als ein Prozent an Wert. Für einen Euro wurden zeitweise fast 7,47 Lira gezahlt. Zu Beginn der Woche mussten noch weniger als 7 Lira bezahlt werden.

          Seit Montag hat die Lira deutlich an Wert verloren. In der Woche zuvor waren die türkischen Finanzmärkte wegen einer Ferienwoche geschlossen, wobei sich der Kurs der Lira nur wenig bewegt hatte. Trotz der jüngsten Verluste ist die türkische Währung noch ein Stück weit von einem neuen Rekordtief entfernt. Zum Euro hatte sie das Allzeittief Mitte August erreicht, als zeitweise etwa 8,11 Lira für einen Euro gezahlt worden waren.

          Zur Wochenmitte haben unter anderem schwache Konjunkturdaten aus der Türkei den Kurs der Währung belastet. So war ein Indexwert zur Stimmung in der Wirtschaft eingebrochen. Ein vom türkischen Statistikamt erhobener Stimmungsindikator fiel im August auf 83,9 Punkte, nachdem er im Monat zuvor noch bei 92,2 Zählern gelegen hatte. Mit dem Einbruch fiel der Indexwert auf ein Niveau, dass zuletzt in der schweren internationalen Wirtschaftskrise von 2009 erreicht worden war.

          „Lira-Krise noch nicht überwunden“

          Außerdem hat sich das Defizit in der türkischen Handelsbilanz ausgeweitet. Hier meldete das Statistikamt für Juli einen Fehlbetrag von knapp sechs Milliarden Dollar und damit etwa eine halbe Milliarde mehr als im Monat zuvor.

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          „Die Lira-Krise ist noch nicht überwunden“, kommentierte Devisenexpertin Esther Reichelt von der Commerzbank. Äußerungen von Finanzminister Berat Albayrak, dass er keine großen Risiken für die türkische Wirtschaft und das Finanzsystem sehe, hätten den Marktteilnehmern wenig Hoffnung auf notwendige Reformen gegeben.

          Türkische Notenbank begrenzt Bankenliquidität

          Derweil hat die Notenbank der Türkei den Zugriff der heimischen Banken auf liquide Mittel wieder etwas begrenzt. Wie die Währungshüter am Mittwoch mitteilten, gilt abermals eine Höchstgrenze an Übernachtliquidität, auf die die Geschäftsbanken am Interbanken- und Geldmarkt zugreifen können. Sie liegt jedoch doppelt so hoch wie die ursprüngliche Grenze. Diese hatte die Notenbank am 13. August aufgehoben, um den Banken in der Lira-Krise mit Liquidität unter die Arme zu greifen.

          Mit ihrem aktuellen Schritt nimmt die Zentralbank also einen Teil ihrer Mitte August ergriffenen Krisenmaßnahmen wieder zurück. Sie geht dabei vorsichtig vor, indem sie den Banken ein recht hohes Liquiditätslimit einräumt. Auf Zinsanhebungen, die Volkswirte zur Bekämpfung der Lira-Krise als notwendig erachten, deutet nach wie vor wenig hin. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist strikt dagegen.

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