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Nach dem Opferfest : Türkische Lira wieder unter Druck

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Die Türken hatten in der vergangenen Woche Anderes zu tun als mit Devisen zu handeln. Bild: dpa

Nach dem islamischen Opferfest ist der Kurs der türkischen Lira wieder unter Druck geraten. Experten meinen, dass der Druck vor allem aus der Türkei selbst kommt.

          Der Kurs der türkischen Lira rutscht am Dienstag abermals ab. Nachdem diese am Montag noch mit 6,12 Lira für den Dollar aus dem Handel gegangen war, werden jetzt für den Dollar wieder 6, 21 Dollar bezahlt. Am Montag hatte die Lira zunächst auf 6,26 Lira abgewertet, sich dann aber wieder gefangen.

          Einer der Gründe für den anhaltenden Lira-Verfall ist ein Streit zwischen den Regierungen in Ankara und Washington, der wegen der Inhaftierung eines amerikanischen Pastors in der Türkei vor ein paar Wochen eskaliert war. Die Vereinigten Staaten setzten daraufhin Sanktionen gegen die Türkei und höhere Zölle für bestimmte Waren in Kraft.

          Der türkische Finanzminister Berat Albayrak warnte am Montag nach einem Treffen mit seinem französischen Amtskollegen Bruno Le Maire in Paris vor den Folgen durch die Sanktionen. Diese Schritte gefährdeten nicht nur das globale Finanzsystem, sondern auch den weltweiten Handel und die politische Stabilität in der Region um die Türkei. Die Gefahr sei, dass sich der Terrorismus und die Flüchtlingskrise verschlimmerten.

          Den Anlegern aber fehlen vor allem Signale der politischen Entscheidungsträger, wie diese die wirtschaftlichen Probleme der Türkei angehen wollen. In der vergangenen Woche hatte vergleichsweise Ruhe an den Märkten geherrscht, weil von Dienstag an die ganze Woche das islamische Opferfest gefeiert wurde. Ausländische Anleger seien gegenüber der Türkei negativ eingestellt, sagte Cristian Maggio, leitender Schwellenländerstratege bei TD Securities der Nachrichtenagentur Bloomberg. Diese positionierten sich aber taktisch, derweil die Inländer aber eine viel stärkere und langfristigere negative Auffassung zur Lira hätten.

          Die Preise steigen im zweistelligen Prozentbereich, das Leistungsbilanzdefizit nimmt zu, während die politischen Entscheidungsträger vor einer Anhebung der Zinssätze zurückschrecken. Aus wirtschaftlicher Sicht müsse die Türkei in eine lange Phase geringen Wachstums einschwenken, wobei die Wahrscheinlichkeit eines Abgleitens in eine Stagnation oder Rezession hoch seien, so Maggio.

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