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Abwärtsdruck : Türkische Lira fällt auf Rekordtief

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in der Türkei mit dem Verfall der Lira zu kämpfen. Bild: dpa

Die türkische Währung setzt ihre Talfahrt fort – seit Jahresanfang hat die Währung zum Dollar rund 18 Prozent an Wert verloren. Den Grund dafür sehen Analysten unter anderem in der mangelnden Inflationsbekämpfung der Zentralbank.

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          Die türkische Lira hat am Donnerstag ihre Talfahrt beschleunigt und ist auf ein Rekordtief zum Dollar und zum Euro gefallen. Ein Dollar kostete mit 7,28 Lira rund 3 Prozent mehr. Damit hat die türkische Währung zum Dollar in diesem Jahr 18 Prozent an Wert verloren. Auch zum Euro sackte die Lira weiter ab, im Gegenzug kostete ein Euro mit 8,6220 Lira ebenfalls rund 3 Prozent mehr.

          Die Ursachen des Abwärtsdrucks sieht Commerzbank-Analystin Antje Praefcke vor allem in der mangelnden Inflationsbekämpfung der Zentralbank sowie einem Realzins im tiefroten Bereich.

          „Wir gehen deshalb davon aus, dass die Lira tendenziell weiter unter Druck bleiben wird. Die Zentralbank wird weiterhin versuchen, sich gegen die Liraschwäche zu stemmen, trotz ihrer geringen Devisenreserven.“ Der Abwärtsdruck auf die Lira könne sich dabei wie Ende Juli in plötzlichen heftigen Bewegungen entladen, warnte Praefcke.

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          Die Inflation bei den Verbraucherpreisen lag im Juli bei 11,76 Prozent bei einem Leitzins der Zentralbank von 8,25 Prozent. Damit sind die Realzinsen für Lira-Aleger negativ. Billige Kredite haben in der Türkei zu einem Anstieg der Hausverkäufe geführt. Ebenso wie in anderen Ländern versucht die türkische Regierung, die durch die Corona-Krise hart getroffene Wirtschaft wiederzubeleben. Die Zahl der mit Krediten finanzierten Hausverkäufe stieg im Juli im Jahresvergleich um 1000 Prozent, wie aus staatlichen Angaben hervorgeht.

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