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Widersprüchliche Politik : Türkei verunsichert Investoren

Eine Wechselstube in Istanbul Bild: EPA

Die Türkei ergreift weitere Maßnahmen zur Stützung ihrer Währung. Doch diese sind widersprüchlich. Analysten sehen Anzeichen für erste Kapitalkontrollen.

          Die Türkei hat widersprüchliche Signale an die Finanzmärkte ausgesandt. Zum einen verzögerte sie Devisentransaktionen, um die Lira zu stützen. Zum anderen aber ermöglichte sie den Geschäftsbanken, sich zu einem geringeren Zinssatz als bisher zu verschulden, was einer Lockerung der Geldpolitik gleichkommt.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Die Institute könnten zur Refinanzierung jetzt wieder den einwöchigen Leitzinssatz von 24 Prozent nutzen, kündigte die Bankenaufsicht an. Damit seien sie nicht länger auf den Satz für Übernachtgeschäfte von 25,5 Prozent angewiesen, den die Behörde vor zwei Wochen vorgeschrieben hatte. Die Inflation beträgt etwa 20 Prozent.

          Nach der Entscheidung verlor die Lira gegenüber dem Dollar etwas an Wert. Eine gegenteilige Absicht, nämlich die Lira zu stützen, verfolgt die Verzögerung von Handelsbewegungen in Devisen. Wie die Finanzagentur Bloomberg meldet, sollen türkische Banken Transaktionen von mehr als 100.000 Dollar nicht sofort, sondern einen Arbeitstag später abwickeln.

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          Das habe die Bankenaufsicht am Montag mitgeteilt, woraufhin die Lira leicht aufwertete. Der Schritt solle „mögliche spekulative Geschäfte“ verhindern. Analysten sehen dahinter aber Anzeichen für erste Kapitalkontrollen. Sie kritisieren auch, dass die Verantwortlichen „widersprüchliche Maßnahmen“ hinsichtlich der Lira ergriffen. Das schade dem Vertrauen in die Währung und mache die Türkei „zunehmend unberechenbar für ausländische Investoren“, sagte Piotr Matys von der Rabobank.

          Unterdessen prognostiziert die OECD der Türkei in diesem Jahr eine schärfere Rezession als bisher. Die Wirtschaft werde wohl um 2,6, nicht wie bisher erwartet um 1,8 Prozent schrumpfen. Schuld daran sei unter anderem die Verunsicherung der Investoren nach den Kommunalwahlen Ende März.

          Der Verfall des Wechselkurses und die Wirtschaftskrise machen sich auch bei deutschen Exporteuren bemerkbar. Der Branchenverband VDMA bezifferte den Rückgang auf knapp 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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