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Börsenwoche : Was in dieser Woche die Aktienkurse bewegte

Hochöfen des börsennotierten Stahlkonzerns Thyssen-Krupp Bild: dpa

Übernahmegerüchte um Thyssen-Krupp ließen in dieser Woche den Dax steigen. Ansonsten wartete der Markt gespannt auf Neuigkeiten im Handelsstreit.

          Die Anleger an den Aktienmärkten waren zuletzt eher zurückhaltend. Noch in der Vorwoche hatten die Signale für eine lockere Geldpolitik die Börsen kräftig beflügelt, in den vergangenen Tagen bestimmte aber eher wieder eine gewisse Vorsicht die Aktienmärkte.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Viele Investoren warteten offenkundig ab, wie das geplante Treffen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping ausgehen werde. „Weil sowohl China als auch die Vereinigten Staaten wirtschaftlich unter Druck stehen, dürften die Präsidenten Trump und Xi im Handelskonflikt versöhnliche Töne anschlagen“, meint Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank. Einen wirklichen Durchbruch und eine endgültige Beilegung der Handelsstreitigkeiten dürften allerdings weder der Gipfel noch die nachfolgenden Verhandlungen bringen.

          Auch die Diskussionen über Personalien beim EU-Gipfel am Sonntag könnten theoretisch Auswirkungen auf die Märkte haben: Wenn beispielsweise die Chancen für Bundesbankpräsident Jens Weidmann steigen sollten, Nachfolger von Mario Draghi als Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) zu werden. Dann könnten manche Anleger vermuten – so spekuliert zumindest die Commerzbank – dass damit ein gewisser Kurswechsel in der europäischen Geldpolitik anstünde.

          BAYER

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          Wenn man das Gedankenspiel weiterspinnt, könnte beispielsweise ein neues Anleihenkaufprogramm oder eine Wiederaufnahme des alten Programms tendenziell unwahrscheinlicher werden. In dieser Erwartung der Märkte könnten dann die Renditen der Bundesanleihen, die gerade sehr tief liegen, tendenziell steigen.

          Aber die Commerzbank selbst nimmt ihre Spekulation gleich wieder etwas zurück: Starke Marktreaktionen seien jedoch unwahrscheinlich, weil die Anleger eigentlich wüssten, dass ein EZB-Präsident Jens Weidmann keinen scharfen Richtungswechsel einleiten würde. Nicht zuletzt hätten die meisten schließlich registriert, dass sich der Bundesbank-Präsident vergangene Woche in einem Interview erstmals zum OMT-Anleihenprogramm bekannt hatte, gegen das er noch im Jahr 2012 gestimmt hatte.

          Trotz alledem gab es in der zurückliegenden Börsenwoche auch deutliche Gewinner: Zu den starken Aktien gehörten beispielsweise Bayer und Thyssen-Krupp. Beide Kurse reagierten allerdings nicht in erster Linie auf höhere Gewinne der Unternehmen. Vielmehr profitierte Thyssen-Krupp von Berichten, der finnische Aufzughersteller Kone plane eine Offerte für die Thyssen-Aufzugsparte. Also gerade ein starker Teil von Thyssen-Krupp könnte einen neuen Eigentümer finden.

          Und bei Bayer honorierten die Anleger, dass dort Elliott einsteigt; ein für seine aggressive Einmischung ins Management bekannter Hedgefonds-Investor, der zum Imperium des Milliardärs Paul Singer gehört. Das beflügelte, angesichts des ganzen Dramas um Monsanto und Glyphosat, die Kursphantasie der Börsianer.

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