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Nach Dividendenstreichung : Thomas-Cook-Aktie verliert bis zu 30 Prozent

  • Aktualisiert am

Gerade nicht im Aufwind: Die Aktie von Thomas Cook verliert in der Spitze 30 Prozent. Bild: Reuters

Der Reiseveranstalter Thomas Cook zahlte seinen Anlegern für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Dividende. Der Grund seien schlechte Zahlen. Der Aktienkurs stürzt daraufhin ab.

          Der Reiseveranstalter Thomas Cook streicht nach einer enttäuschenden Entwicklung die Dividende für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2017/18. Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sank auf vergleichbarer Basis um 58 Millionen britische Pfund auf 250 Millionen Pfund (gut 282 Mio Euro), wie der Konzern am Dienstag in London mitteilte. Das sind nochmals 30 Millionen Pfund weniger, als Thomas Cook Ende September angekündigt hatte. Dabei hatte der Reisekonzern schon zweimal die Erwartungen für das Geschäftsjahr zusammen gestrichen.

          Auf die aktuellen Zahlen hin stürzte der Aktienkurs zeitweise um rund 30 Prozent ab. Zuletzt lag der Titel noch etwa 20 Prozent im Minus.

          Das heiße Wetter in Mitteleuropa und ein Preiskampf im Last-Minute-Bereich vermiesten Thomas Cook dabei das Geschäft. Insbesondere die Entwicklung der britischen Reiseveranstalter war wegen des scharfen Wettbewerbes schwach.

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          Derweil hat der Dax am Dienstag nach einem starken Wochenbeginn bislang keine klare Richtung eingeschlagen. Nach der ersten Handelsstunde lag der deutsche Leitindex mit 0,04 Prozent im Minus bei 11.350 Punkten. Kurzzeitig hatte er es mit 11.392 Punkten knapp über das Vortageshoch geschafft.

          Aus Sicht der Charttechniker der UBS versucht der Dax derzeit einen Ausbruch aus dem mehrwöchigen Abwärtstrend. Schaffe es der deutsche Leitindex über die Schwelle von 11.400 Punkte, sei eine weitere Erholung in Richtung 11.690 Punkte möglich, schrieben sie in ihrem Morgenkommentar am Dienstag. Andernfalls drohe mit einer „Bullenfalle“ aber der Rutsch unter den langfristigen Aufwärtstrend.

          Der M-Dax als Index mittelgroßer Unternehmen büßte derweil 0,1 Prozent ein auf 23.430,5 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 ging es um 0,1 Prozent aufwärts.

          DAX ®

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          Der Wankelmut im Dax passt zur Nachrichtenlage: Denn die tags zuvor gefeierten Entspannungssignale im Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU, der Brexit-Vertrag vom Wochenende sowie die wackelige Stabilisierung der Ölpreise können die Sorgen um den Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China nicht einfach ausradieren.

          Wenige Tage vor seinem erwarteten Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping hat der amerikanische Präsident Donald Trump in einem Presseinterview signalisiert, an der Erhöhung der Strafzölle gegen China wohl festhalten zu wollen. Zudem droht eine Eskalation zwischen Russland und der Ukraine. Angesichts des Konflikts im Asowschen Meer verhängte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko für 30 Tage das Kriegsrecht.

          BASF am Dax-Ende

          Da passt es gut, dass das Bankhaus Lampe bei einem Papier mit Defensivqualitäten wie FMC eine Kaufchance ausmacht, wie es sie nur einmal in zehn Jahren gebe. Die Papiere des Dialysespezialisten kletterten nach der Empfehlung um 1,2 Prozent. Die Anteilsscheine des Mutterkonzerns Fresenius, die seit Mitte Oktober schwer unter die Räder gekommen waren, verbesserten sich gar um 1,5 Prozent.

          BASF liefen derweil am anderen Dax-Ende mit minus 1 Prozent wieder auf mehrjährige Tiefststände zu. Am Montagnachmittag hatten die Ludwigshafener gemeldet, dass wegen der Wasserknappheit im Rhein die Produktion des Kunststoffprodukts Toluoldiisocyanat (TDI) im Stammwerk gestoppt werden muss.

          Auch Aurubis bleiben mit Verlusten von zeitweise gut 5 Prozent unter Druck. Der Konzern vermittle seit Monaten die gleichen negativen Signale, nämlich sinkende Gewinnerwartungen, teilte Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel in einer aktuellen Studie mit. Zuletzt habe es am Vortag die Ziele für das gerade angelaufene Geschäftsjahr erwischt. Der Experte stutzte seine Jahresprognose für das Vorsteuerergebnis und sein Kursziel.

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