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„Überschreitung ihrer Kompetenz“ : Tesla-Chef Musk legt sich mit Börsenaufsicht an

  • Aktualisiert am

Macht gern Ärger: Tesla-Chef Elon Musk Bild: Reuters

Tesla-Chef Elon Musk zeigt sich im jüngsten Streit mit der Börsenaufsicht einmal mehr uneinsichtig. Das belastet den Aktienkurs.

          2 Min.

          Nach seinem abermaligen Ärger mit der Börsenaufsicht SEC wegen eines Tweets hat Tesla-Chef Elon Musk nun der Behörde eine Überschreitung ihrer Kompetenzen vorgeworfen. Der Gründer des Elektroautobauers werde in seiner Redefreiheit eingeschränkt, argumentierten seine Anwälte in ihrer Einlassung zu den Vorwürfen der Aufsicht. Diese hatte Ermittlungen gegen Musk wegen Missachtung einer Übereinkunft vom vergangenen Jahr gefordert.

          Diese war geschlossen worden, nachdem Musk im August mit einem Tweet für Wirbel gesorgt hatte, in dem er öffentlich darüber sinniert hatte, das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Dabei hatte er behauptet, dass die Finanzierung des Vorhabens  gesichert sei. Das gab dem Aktienkurs Auftrieb und die SEC schaltete sich ein. Musk musste in der Folge als Aufsichtsratschef von Tesla zurücktreten und ebenso wie das Unternehmen der Vereinbarung mit der SEC zufolge 20 Millionen Dollar Geldbuße zahlen.

          Die Übereinkunft sah auch vor, dass Musks Gebaren in sozialen Netzwerken überwacht wird und er keine kursrelevanten Einträge mehr absetzt. Mitte Februar hatte er dann aber getwittert, Tesla werde 2019 rund 500.000 Autos produzieren. Bislang war ein Jahresziel von 400.000 Fahrzeugen ausgegeben worden - Musk rückte das aber erst später zurecht.

          Tesla-Aktie

          TESLA INC. DL -,001

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          Nach Darstellung von Musks Anwälten gibt es keine Grundlage, Musk wegen eines „einzelnen, unerheblichen Tweets zu belangen, der sich pflichtgemäß an die Anweisung gehalten hat“, erklärten sie schriftlich vor Gericht. Seine Äußerungen hätten sich an den bereits veröffentlichten Zahlen und Zielen orientiert und er selbst habe nur den Blick nach vorn gerichtet.

          Die Börsenaufsicht reagiere mit ihrer Forderung nach Ermittlungen gegen Musk vielmehr auf dessen Kritik an der SEC in der Fernsehsendung ’60 Minutes“. Musk hatte gesagt, die SEC überschreite in „beunruhigender und beispielloser“ Weise ihre Befugnisse. Er habe seine Tweets schon stark reduziert und wenn er Tesla nun sogar in unbedeutenden Tweets nicht mehr erwähnen dürfe, missachte dies seine freie Meinungsäußerung.

          Der abermalige Ärger könnte Musk nach Einschätzung von Experten im schlimmsten seinen Job als Firmenchef kosten. Letztlich gehe es auch um die Glaubwürdigkeit der SEC als Garantin der Interessen von Investoren, argumentieren sie.

          Der Aktienkurs von Tesla fiel um 2,5 Prozent. Dass die Kursverluste angesichts der Tatsache, dass Musk sich nicht einsichtig zeigt und am Ende die SEC am längeren Hebel sitzt, dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass Musks Unternehmensführung von Investoren schon lange kritisch gesehen und dieser von manchen sogar als Belastung für das Unternehmen empfunden wird.

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