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Scherbaums Börse : Tesla – der ewige Verkaufs-Kandidat

  • -Aktualisiert am

Hoffentlich schnell wieder fahrbereit: Ladestation von Tesla Bild: AP

Geht es um viel diskutierte Aktienwerte, kommt sehr häufig die Antwort Tesla. Zuletzt stieg die Zahl der „Shorties“ bei dem Elektroautobauer wieder an. Bleibt die Frage, ob das von Erfolg gekrönt ist. Schon viele haben gegen Elon Musk gewettet – und sind damit gescheitert.

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          Diese Börsengeschichte ist zwar noch nicht so eine alte, aber dennoch eigentlich schon ein Klassiker: Die „Short-Seller„ der Tesla-Aktie, die also auf fallende Kurse des Papiers setzen und noch nicht entnervt aufgegeben haben. Es gibt sie weiterhin und die kleine Gruppe hat sich jüngst wieder vergrößert. Denn nun hält auch der Brite Fraser Perring Short-Positionen auf Tesla. Andere haben dagegen das Handtuch geworfen.

          Der berühmteste unter den Handtuchwerfern ist wohl Michael Burry. Sein Wirken im Zuge der amerikanischen Immobilienkrise und seine großen Wetten auf den Zusammenbruch des amerikanischen Häusermarktes wurden im Hollywood-Streifen „The Big Short“ behandelt. Wie die „Financial Times“ berichtete, hat seine Investmentfirma Scion Asset Management jedoch schon im Oktober des Vorjahres die erst im Mai 2021 aufgebaute Short-Position auf den kalifornischen Elektrowagenbauer wieder aufgelöst.

          Viele Short-Seller sind gescheitert

          Short-Seller Fraser Perring begründete dagegen im Gespräch mit dieser Zeitung, warum sein Unternehmen Viceroy Research im Fall von Tesla standhaft short bleibt. Besonders hervorgehoben wird von ihm der wachsende Konkurrenzdruck, da nun jeder Autohersteller Elektrofahrzeuge produzieren würde und Teslas Marktanteil sinke. Zudem verweist er auf die Qualitätsmängel bei den Autos sowie die hohe Bewertung.

          Christoph Scherbaum
          Christoph Scherbaum : Bild: Christoph Scherbaum

          Diese Kritikpunkte sind nicht besonders neu oder originell. Sie wurden in der Vergangenheit schon des Öfteren von Short-Sellern vorgebracht – diese Investoren haben sich nur regelmäßig die Finger verbrannt. Entsprechend sind auch die Short-Positionen im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Laut Morningstar-Daten lagen sie Ende Dezember 2021 lediglich bei 2,75 Prozent des Streubesitzes. Interessanterweise bleibt aber die Tesla-Aktie gemessen an der Marktkapitalisierung eine der am stärksten geshorteten Aktien. Der Wert der geshorteten Anteile würde sich aktuell auf mehr als 22 Milliarden US-Dollar summieren. Dies liegt jedoch hauptsächlich daran, dass der Kurs der Tesla-Aktie im vergangenen Jahr um knapp 50 Prozent zugelegt und der Konzern mit seinem Börsenwert die Marke von 1 Billion US-Dollar geknackt hat.

          Elon Musk und die taktische Medienpräsenz

          Ein wichtiger Grund, warum die Tesla-Short-Seller bisher immer wieder auf die Nase gefallen sind, ist Konzernchef Elon Musk. Seine Medienpräsenz, insbesondere auf dem Kurznachrichten-Dienst Twitter, sorgt für genügend Hype-Momente rund um den Elektroautobauer. An ihm scheiden sich die Geister. Von einigen wird er als Tech-Visionär gefeiert, der mit seinen Ideen, die Menschheit in ein Zeitalter emissionsloser Fortbewegung führen soll – zumal er es selbst sehr gut versteht, mit einigen ambitionierten Prognosen für sein Unternehmen, Euphorie zu entfachen. Dass die meisten der ausgegebenen Prognosen erst mit einiger Verspätung realisiert werden, spielte bisher nur eine untergeordnete Rolle. Das wiederum ist einer der Kritikpunkte der Tesla-Skeptiker.

          Zu den besonders ambitionierten Zielen gehört die schon Ende September 2020 in einem Tweet von Musk geäußerte Prognose, bis zum Jahr 2030 jährlich 20 Millionen Autos an Kunden ausliefern zu wollen. 2022 könnte die Millionenmarke fallen, nachdem im vergangenen Jahr 936.172 Autos der höherpreisigen Modelle „S“ und „X“ sowie der günstigeren Fahrzeug-Modellen „3“ und „Y“ an Kunden übergeben wurden. Gegenüber dem Jahr 2020 bedeutete dies einen Anstieg von 87 Prozent, die Erwartungen des Marktes wurden überboten.

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