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Technische Analyse : So steht´s um die wichtigen Aktienindizes

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Händler an der Wall Street in New York. Bild: EPA

Die wichtigen Aktienindizes der Welt befinden sich seit März 2009 in einem technischen Hausse-Zyklus. Im Augenblick schwächelt nicht nur der Dax. Wie geht es weiter an den Aktienmärkten?

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          Die wichtigen Aktienindizes der Welt befinden sich seit März 2009 unverändert in einem technischen Hausse-Zyklus. Nach den Jahren 2016 und 2017 mit zum Teil sehr ausgeprägten Kursgewinnen haben sich bei vielen Aktienindizes im bisherigen Jahresverlauf 2018 Seitwärtspendelbewegungen herausgebildet. Innerhalb dieser Seitwärtspendelbewegung entstehen kurzfristige Aufwärts- oder Abwärtstrends. Hier prägen entweder Belastungsfaktoren wie zum Beispiel die steigenden amerikanischen Leitzinsen, handelspolitische Diskussionspunkte und die neue Verunsicherung aufgrund der Lage in Italien oder Impulse wie attraktive Dividendenrenditen und eine ansprechende Berichtssaison der Unternehmen das Handelsgeschehen.

          Mit Blick auf den Sommer beziehungsweise das dritte Quartal 2018 ergibt sich bei den Aktienindizes folgendes Bild: Beim S&P 500 ist die Aufwärtsdynamik der letzten beiden Jahre verloren gegangen. Im Euro Stoxx 50 deutet sich aufgrund des hohen Bankenanteils wieder eine moderate, relative Schwäche im Indexvergleich an. Im Dax fehlen für die kommenden Wochen die technischen Hinweise, dass die mittelfristige Handelsspanne zwischen der Unterstützung um 11 800 Punkte und der Widerstandszone um 13 600 Punkte verlassen wird.

          S&P 500

          Der S&P 500 befindet sich seit März 2009 (Start bei 666 Punkten) in einem technischen Hausse-Zyklus. Nach der Seitwärtspendelbewegung von Ende des Jahres 2014 bis Mitte 2016 startete der Index – ausgehend von Kursen um 1820 Punkte – einen neuen Aufwärtstrend. Die Impulse aus der Wahl des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, dem leichteren Dollar im Jahr 2017 und die amerikanische Unternehmenssteuerreform sorgten für ständig neue, technische Kaufsignale und für einen Bilderbuch-Hausse-Trend, der im Januar 2018 bei 2873 Punkten neue Allzeithochs erreichte. Hierdurch wurde aber auch eine mittelfristig überkaufte Lage produziert. Vor dem Hintergrund des Zinsanstieges zum Jahreswechsel setzten dann im S&P500 Gewinnmitnahmen ein.

          Unter sehr hohen Schwankungen ergaben sich beim Index mehrere Kursrücksetzer bis auf die noch moderat steigende 200-Tage-Linie, die jeweils verteidigt werden konnte. Als mittelfristige, technische Konsequenz ist der S&P 500 – nach zwei Jahren Hausse mit sehr deutlichen Kursgewinnen – jetzt in eine Seitwärtspendelbewegung hineingelaufen. Diese wird durch die gestaffelte Unterstützungszone von 2530 bis 2550 Punkten und die gestaffelte Widerstandszone von 2800 bis 2873 Punkten begrenzt. Innerhalb dieser Seitwärtspendelbewegung liegt bisher ein neutrales, technisches Bild mit Blick auf die Marktbreite vor. Damit signalisiert die technische Gesamtlage für die kommenden Wochen eine zeitliche Ausweitung dieser Seitwärtspendelbewegung, wobei die durchaus auftretende Sommerrally an der Wall Street mit einkalkuliert ist. Als Konsequenz sollte beim S&P 500 aber auch der „mentale“ Sicherungsstopp bei 2500 Punkten bestehen bleiben. Denn fällt der Index aus der Seitwärtspendelbewegung nach unten heraus, ist eine mittelfristig defensive Haltung sinnvoll.

          Nikkei 225

          Der japanische Nikkei 225 startete im Sommer 2016 bei Kursen um 14 864 Punkten und aus der technischen Doppelbodenformation (unterhalb der Widerstandszone um 17 614 Punkte) in einen technischen Bilderbuch-Hausse-Trend. Dieser zweijährige Trend lag bis zuletzt immer leicht oberhalb der steigenden 200-Tage-Linie (aktuell bei etwa 21 800 Punkten). Nach mehreren Kaufsignalen erreichte der Index sein bisheriges Hausse-Top um 24 130 Punkten (neue Widerstandszone).

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