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Technische Analyse : Korrekturen an den Aktienbörsen brauchen Zeit

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Nach der Aufwärtsbeschleunigung zum Jahreswechsel war auch der Nikkei 225 Ende Januar 2018 mit einem Gewinnmitnahmesignal unter Druck gekommen. Der beschleunigte Rückfall direkt auf den Aufwärtstrend und die 200-Tage-Linie signalisiert, dass der Nikkei 225 in den kommenden Wochen diesen fast zwei Jahre langen Aufwärtstrend ebenfalls zur Seite verlassen sollte. Als erste technische Konsequenz würde es überraschen, wenn der Nikkei 225 noch im ersten Halbjahr 2018 in der Lage wäre, neue Hausse-Spitzen zu liefern. Als weitere technische Konsequenz steht eine Ausweitung der laufenden technischen Korrektur an, wobei auch eine Kursetablierung unterhalb der 200-Tage-Linie mit einkalkuliert werden sollte.

So steht es um den Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50, ein Kursindex, hat in diesem Hausse-Zyklus mit einem Anstieg von 1765 (März 2009) auf 3836 Punkte bis heute ungefähr 117 Prozent hinzugewonnen. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass dieser Index aktuell eine (Brutto-)Jahresdividendenrendite von fast 3,5 Prozent aufweist. Zwar ist der Index seit März 2009 in einer Hausse-Bewegung, jedoch gibt es erst seit September 2011 und Kursen um 1935 Punkte einen zentralen Hausse-Trend, der aktuell bei 3000 Punkten liegt. Nach der Zwischenbaisse (April 2015 bis Februar 2016; Kursrückgang von 3836 auf 2672 Punkte) und dem technischen Doppelboden (2016; unterhalb der Widerstandszone um 3160 Punkte) etablierte auch der Euro Stoxx 50 einen neuen mittelfristigen Aufwärtstrend.

Dieser Trend führte den Index bis Mai 2017 in den Bereich um 3700 Punkte (neue Widerstandszone). Seitdem bewegte sich der Index schon in einer Seitwärtspendelbewegung. Ende Januar 2018 ist der Euro Stoxx 50 mit einem Gewinnmitnahmesignal aus der Aufwärtsbewegung der letzten 19 Monate herausgefallen. Bei der jetzt gestarteten Gegenbewegung verdeutlicht zunächst die Kursetablierung unterhalb der 200-Tage-Linie (aktuell bei 3530 Punkten), die bereits leicht nach unten dreht, die mittelfristige technische Eintrübung. Auch wenn sich in den letzten Handelstagen im Bereich um 3350 Punkte eine Kursstabilisierung im Euro Stoxx 50 andeutet, fehlen aus technischer Sicht die Anzeichen für ein Auslaufen dieser Gegenbewegung.

Das sagt der Dax-Chart

Der Dax, der aktuell eine (Brutto-)Jahresdividendenrendite von ungefähr drei Prozent aufweist, ist ein Performance-Index. Hier werden die Dividendenzahlungen der Index-Mitglieder anteilig in Index-Kurssteigerungen umgerechnet. Innerhalb dieses Hausse-Zyklus, der seit März 2009 besteht, hat der Index bisher einen Gesamtkursanstieg von 3589 Punkten auf 13 590 Punkte und damit von 279 Prozent erreicht. Der zentrale, neun Jahre lange Hausse-Zyklustrend, liegt aktuell bei ungefähr 11 000 Punkten, so dass der gestaffelte Bereich von 10 800 bis 11 000 Punkten eine langfristige technische Unterstützungszone darstellt.

Ausgehend vom Kurstief bei 8700 Punkten im Februar 2016 startete der Dax eine Bilderbuch-Hausse-Bewegung, wobei sich ab November 2016 (Notierungen um 10 100 Punkte) ein idealtypischer Aufwärtstrend ergeben hat. Nach zwei Jahren mit deutlichen Kurssteigerungen war dieser Trend zum Jahreswechsel 2017/2018 – oberhalb von 12 700 Punkten – in einen Trading-Markt hineingelaufen, der den technischen Charakter eines „Trading-Doppeltops“ aufweist. Ende Januar 2018 ist der Dax mit einem „Gewinnmitnahmesignal“ aus diesem Trading-Doppeltop sowie dem fast zweijährigen Aufwärtstrend herausgefallen und direkt unter die 200-Tage-Linie gerutscht. Als technische Konsequenz steht nun eine mittelfristige Gegenbewegung (auf den Kursanstieg von fast 5000 Punkten in den letzten zwei Jahren) auf der technischen Tagesordnung.

Um die mittelfristig überkaufte Lage abzubauen, ist diese technische Korrektur von bisher nur fünf Wochen viel zu kurz, so dass eine zeitliche Ausweitung (mehrere Monate) anstehen sollte. Wegen der Eintrübung bei vielen Dax-Schwergewichten ist es aus technischer Sicht aktuell unwahrscheinlich, dass der Index im Jahr 2018 neue Allzeithochs erreicht. Ein Wiederanstieg in die jetzt vorliegende, gestaffelte Widerstandszone von 13 000 bis 13 600 Punkten wäre schon ein technischer Erfolg. Zusätzlich sollte der Dax einen (mentalen) Sicherungsstopp im Bereich um 11 800 Punkte erhalten. Denn fällt der Index unter diese Unterstützungszone, würde die technische Lage auch eine räumliche Ausweitung der gegenwärtigen technischen Korrektur signalisieren.

Der Autor leitet in der Commerzbank den Bereich Technische Analyse & Index Research.

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