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Technische Analyse : Ein holpriger Weg nach zehn Jahren Hausse

  • -Aktualisiert am

Wie geht es mit dem Dax 2019 weiter? Bild: dpa

Nach einem Jahrzehnt steigender Kurse könnte es im nächsten Jahr an den Börsen ungemütlicher werden. Bei zwei wichtigen Aktienindizes dreht bereits schon die Stimmung.

          Nach zehn Jahren mit einem technischen Hausse-Zyklus sowohl an der Weltleitbörse in New York als auch für viele andere, wichtige Aktienindizes auf der Welt biegen die Märkte aus technischer Sicht im Jahr 2019 auf eine holprige Wegstrecke ein. Während im S&P 500 oberhalb von 2500 Punkten nur noch eine Seitwärtspendelbewegung mit einer negativen Grundausrichtung vorliegt, hat der Nikkei 225 zumindest eine gute Chance, im neuen Jahr im internationalen Vergleich eine relative Stärke zu liefern.

          Der Euro Stoxx 50 befindet sich schon seit dem Jahr 2015 nur noch in einer Seitwärtspendelbewegung, so dass es nicht überrascht, dass dieser Index trotz der intakten Abwärtstrends im europäischen Vergleich jetzt eine moderate relative Stärke aufweist. Beim Dax, der seine mittelfristige, technische Top-Formation und den fast zehnjährigen Hausse-Zyklus-Trend verlassen hat, sollte das erste Halbjahr 2019 im Zeichen der Bodensuche für diese jetzt vorliegende technische Baisse stehen.

          S&P 500 auf einer holprigen Wegstreck

          Der S&P 500 befindet sich seit März 2009 (Start: 666 Punkte) in einem technischen Hausse-Zyklus, wobei es mit dem Kursanstieg bis auf 2941 Punkte (September 2018) zu einem Kursanstieg von 341 Prozent gekommen ist. Der zentrale Hausse-Zyklus-Trend, der über die Tiefpunkte bei 1074 Punkten (Oktober 2011) und 1810 Punkten (Februar 2016) läuft, befindet sich aktuell bei ungefähr 2500 Punkten und ist noch intakt. Ausgehend von Kursen um 1810 Punkte, etablierte der Index – nach der amerikanischen Präsidentenwahl und unterstützt durch die Unternehmenssteuerreform in Amerika – einen mittelfristigen Bilderbuch-Hausse-Trend bis auf 2873 Punkte (Januar 2018).

          Auch wenn der Index bis zum September 2018 noch neue Allzeithochs geliefert hat, ist der amerikanische Aktienmarkt insgesamt in eine noch positive Seitwärtspendelbewegung hineingelaufen. Zuletzt hatte allerdings auch der amerikanische Aktienmarkt mit technischen Eintrübungen zu kämpfen. Der Index ist innerhalb der Seitwärtspendelbewegung bis in den Bereich der Unterstützungszone von 2500 bis 2600 Punkten zurückgefallen, wobei es zu einer Kursetablierung unterhalb der 200-Tage-Linie (derzeit 2760 Punkte) gekommen ist.

          Nach vielen positiven Jahren befindet sich der S&P 500 mit Blick auf 2019 auf einer holprigen Wegstrecke. Eine Verteidigung des aktuellen Kursniveaus wäre ein großer technischer Erfolg. Als Konsequenz kommt der Unterstützungszone (von 2500 bis 2600 Punkten) eine hohe technische Bedeutung zu, so dass dort mit 2500 Punkten auch der zentrale Sicherungsstopp liegen sollte. Denn fällt der S&P 500 unter diese Zone, hat die Seitwärtspendelbewegung des Jahres 2018 den technischen Charakter einer Doppeltop-Formation.

          Die Lage im Euro Stoxx 50

          Da dann auch der zentrale Hausse-Zyklus-Trend zur Disposition steht, würde das technische Bild an der Wall Street ins Negative drehen. Zwar hatte auch der Euro Stoxx 50 im März 2009 (Startniveau bei 1765 Punkten) einen technischen Hausse-Zyklus begonnen, jedoch war dieser nur moderat ausgefallen, was sich an dem Gesamtkursgewinn von ungefähr 117 Prozent bis zum Hausse-Top bei 3836 Punkten (April 2015) zeigt.

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