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Technische Analyse : Die Index-Gewinner

  • -Aktualisiert am

Noch ist die Aktie der Commerzbank (CBK) auf einer Anzeigetafel der 30 Dax-Konzerne im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse zwischen den anderen Unternehmen gelistet. Bild: dpa

Die Deutsche Börse hat die Indexüberprüfungen abgeschlossen. Aus diesen gehen einige Aktien als Gewinner hervor, während ein Index-Aufsteiger technisch überkauft ist.

          Im September jeden Jahres stehen bei vielen Aktienindizes in Europa die regulären Indexüberprüfungen an. Bei der Deutschen Börse AG kommt es parallel dazu noch zu einer Index-Reform. Einige deutsche Standardwerte und mittelgroße Aktien weisen in diesem Zusammenhang nicht nur eine interessante technische Lage auf, sondern sind zusätzlich auch noch „Index-Gewinner“.

          Diese Kombination liefert bei den betroffenen Aktien im Regelfall im Vorfeld der Index-Anpassung eine relative Stärke-Position. Der Dax-Aufsteiger Wirecard befindet sich zwar in einer technischen Neubewertung, jedoch liegt aktuell eine mittelfristig deutlich überkaufte Lage vor, so dass technische Käufe stark prozyklisch wären.

          Demgegenüber weisen beispielsweise zwei bisherige Tec-Dax-Titel, die demnächst ein Doppellisting im neuen Tec-Dax und neuen M-Dax-60 aufweisen werden, diese interessante Kombination auf. Hierbei handelt es sich um die zuletzt besprochenen Siemens Healthineers (konservativer technischer Kauf) und Evotec (spekulativerer technischer Kauf).

          Tec-Dax-Titel sind Gewinner der Indexreform

          Bei dieser Index-Reform der Deutschen Börse AG ist der Dax, der schon Titel aus den klassischen und den Technologie-Sektoren umfasst, nicht betroffen. Im Dax kommt es aber bei der regulären, jährlichen Indexüberprüfung zur Aufnahme des Tec-Dax-Titels Wirecard, die aufgrund der Index-Reform aber auch im neuen Tec-Dax 30 verbleiben. Unterhalb des Dax liefert die Reform die Aufhebung der bisherigen Trennung zwischen „Classic“ und „Tech“.

          Als Konsequenz wird der M-Dax 50 auf den neuen M-Dax 60 (einschließlich Technologie-Aktien) erweitert. Der S-Dax 50 wird zum S-Dax 70 (wieder einschließlich Technologie-Aktien). Der bisherige Tec-Dax 30, der zurzeit nur die größten Technologie-Aktien unterhalb des Dax enthält, wird bei unveränderter Titelanzahl auch die Dax-Technologie-Aktien beinhalten. Die neuen Aktienindizes starten am Montag, dem 24. September 2018. Aus indextechnischer Sicht sind die Mehrzahl der bisherigen Tec-Dax-Titel die Hauptgewinner dieser Reform, da sie mit einem nur etwas reduzierten Anteil im Tec-Dax verbleiben und zusätzlich im Dax, M-Dax 60 oder S-Dax 70 aufgenommen werden.

          Hierdurch sollten diese Titel neue Investoren hinzugewinnen. Nach der Umsetzung der Indexveränderungen wird der Dax, der bisher – nach Marktkapitalisierung im Streubesitz – einen Anteil von 69,7 Prozent am Prime Segment der Deutschen Börse AG aufweist, einen Anteil von 70,7 Prozent zeigen. Beim Übergang vom M-Dax 50 auf den M-Dax 60 sollte der Anteil von aktuell 18 auf 21,4 Prozent steigen. Durch die Erweiterung vom S-Dax 50 auf den neuen S-Dax 70 entsteht ein Anstieg von 3,1 auf 4,9 Prozent. Der neue Tec-Dax, der aufgrund des Doppellistings der Indextitel eine Teilmenge vom Dax, M-Dax 60 und S-Dax 70 sein wird, sollte einen Anteil von 18,7 Prozent (vorher 6,1 Prozent) erhalten.

          Wirecard ist überkauft

          Der Tec-Dax-Wert Wirecard hat seinen Geschäftsschwerpunkt bei internetbasierten Zahlungs- und Abwicklungslösungen. Die Aktie wird vom 24. September 2018 an im Dax (Indexanteil ungefähr 2,35 Prozent; Position 16) enthalten sein. Wirecard entstand 2005 durch die Einbringung als Sachkapitalerhöhung der damals nicht börsennotierten Wirecard Technologie AG in die börsennotierte Aktiengesellschaft Info-Genie Europe, einem Anbieter von Kommunikationslösungen für Unternehmen.

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