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Technikaktien : Smartphones fürs Depot

Bild: afp

Wie können junge Leute in Technikaktien investieren? Am besten über börsengehandelte Indexfonds.

          Wer begeistert ist von den vielen neuen Möglichkeiten der Technik und im Alltag sein Smartphone längst für alle erdenklichen Zwecke nutzt, der möchte vielleicht auch sein Geld in den Prozess der Digitalisierung investieren. Was sonst könnte eine zukunftsweisende Geldanlage für „Digital Natives“ mit einem weiten Anlagehorizont sein, die sich partout nicht mit Null-Prozent-Sparkonten anfreunden mögen? Aber wie geht das eigentlich, wie investieren Privatanleger ohne übertriebenes Risiko in den technischen Fortschritt?

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bert Flossbach, Vermögensverwalter in Köln, hat dazu zwei Ratschläge parat. Der erste ist eine Warnung: „Grundsätzlich sollten junge Menschen ihr Geld nicht allein in die Aktien einer Branche stecken.“ Selbst ein technikbegeisterter Insider kann nicht sicher genug abschätzen, was sich in 20 Jahren durchgesetzt haben wird. Um dieses Risiko zu minimieren, sollten Anleger ihr Geld streuen.

          Der zweite Ratschlag: Flosbach glaubt allerdings, dass die großen Spieler des Internets in den kommenden Jahren noch mächtiger werden. Das hänge mit einer Eigenart des Internets zusammen: den Netzeffekten: Wer viele Nutzer hat, gewinnt weiter. Die großen fünf – Apple, Google, Facebook, Amazon und Microsoft – hätten ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren deutlich stärker gesteigert als ihren Umsatz und dabei in der Summe mehr als 200 Milliarden Dollar ausgegeben. „Die mitunter sehr hohen Nettokassen lassen weitere Investitionen zu“, sagt Flossbach. Das helfe den Großen im Kampf um die Vorherrschaft bei Zukunftsthemen wie Künstlicher Intelligenz und Virtueller Realität.

          Wer dabei das Rennen macht, ist schwer vorherzusehen. Deshalb kann es eine Strategie sein, sich eine Art Tech-Korb zu bauen. Die Fonds-Ratingagentur Morningstar hat einige starke Technik-Aktienfonds und Indexfonds („Exchange Traded Funds“, ETF) zusammengestellt. Fünf Sterne bedeuten dabei, dass ein Fonds zu den besten zehn Prozent in seiner Kategorie gehört; vier Sterne signalisieren das beste Drittel. Berücksichtigt wird neben den Kosten unter anderem die am Risiko gemessene Rendite.

          Aktuell eine Schwierigkeit ist, dass viele Technikaktien dieses Jahr schon gut gelaufen sind – und es zumindest unklar ist, ob das so bleibt. Amazon beispielsweise konnte in diesem Jahr 57 Prozent Kursgewinn verbuchen, Facebook 54 Prozent, Apple 48 Prozent, Microsoft 35 Prozent und Alphabet (Google) immerhin 31 Prozent.

          Die Privatbank Julius Bär hat das Jahr 2017 kurzerhand zum „Jahr der Technikaktien“ erklärt – glaubt aber auch, das bleibe 2018 zumindest eines der wichtigsten Investmentthemen. Von deutschen Techniktiteln hält Chefstratege Christian Gattiker-Ericsson dabei weniger: „Der amerikanische Nasdaq bleibt der Maßstab.“

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