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Börsengang : Chinesischer Taxidienst Didi geht an die Börse

  • -Aktualisiert am

Didi Taxi: Der chinesische Taxianbieter testet auch autonomes Fahren. Bild: EPA

Der chinesische Taxianbieter Didi geht an die Börse. Der Fahrdienstleister nimmt in New York 4,4 Milliarden Dollar ein. In China hat er einen Marktanteil von 80 Prozent.

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          Der chinesische Fahrdienstleister Didi Chuxing hat sich am Mittwoch an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq notieren lassen und dabei rund 4,4 Milliarden Dollar eingesammelt. Didi hatte den Ausgabepreis mit 14 Dollar am oberen Ende der Spanne festgelegt. Zum Redaktionsschluss dieser Auflage gab es noch keinen ersten Handelkurs.

          Mit dem Börsengang wird Didi nun mit 67 Milliarden Dollar bewertet. Die Aktie des amerikanischen Fahrdiensts Uber hat eine Marktkapitalisierung von rund 95 Milliarden Dollar. Konkurrent Lyft kommt auf eine Börsenbewertung von knapp 20 Milliarden Dollar. Vor dem Börsengang am Mittwoch war spekuliert worden, ob Didi sogar eine Bewertung von 100 Milliarden Dollar anstrebt. Bei der erst am vergangenen Freitag begonnen Roadshow in den Vereinigten Staaten, bei der der Fahrdienstleister aus Peking Investoren für den Kauf seiner Aktie gewinnen wollte, hatten die Banken vor allem mit zwei Fakten geworben: dass Didi in China im größten und am schnellsten wachsenden Markt für Fahrdienstleistungen der Welt aktiv ist und dort zudem über einen Anteil von 80 Prozent verfügt.

          Während Uber-Taxis in vielen Ländern auf der Welt gerufen werden können, erzielt Didi 95 Prozent seines Umsatzes in China. Tatsächlich gibt es dort unter der jüngeren Stadtbevölkerung nur wenige Menschen, die nicht die orangefarbene App auf ihren Smartphones installiert haben. Der Fahrdienst hat nach eigenen Angaben im Land 377 Millionen Kunden. Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr tätigten diese jeden Tag 41 Millionen Fahrten. Dass das Unternehmen in den Monaten von Januar bis März mit 5,5 Milliarden Yuan (716 Millionen Euro) einen Gewinn erzielt hat, dürfte den Gang an die Börse stark beschleunigt haben.

          Konkurrent Uber profitiert vom Börsengang

          Auf der Didi-App können die Nutzer spielend einfach ihren Abholort und ihr Ziel angeben und dann zwischen verschiedenen Fahrdienstklassen wählen. Neben Fahrern in Mittelklassefahrzeugen, die ihnen selbst gehören, bietet Didi auch professionelle Fahrer in höherwertigen Limousinen an. Die teuersten Varianten sind S-Klassen, BMW 7er und Audi A8. Auch normale Taxis können über die App gerufen, nicht aber über diese bezahlt werden. Dass am Didi-Börsengang nun auch der amerikanische Konkurrent Uber verdient, ist das Ergebnis eines extrem teuren Machtkampfs um den chinesischen Markt. 2012 hatte der frühere Angestellte des chinesischen Technologiekonzerns Alibaba, Cheng Wei, Didi gegründet und war nach drei Jahren mit einem lokalen Wettbewerber zusammengegangen.

          Nachdem auch Uber in den vielversprechenden Markt eingestiegen war, lieferten sich die von großen Technologiekonzernen finanzierten Anbieter eine heftige Preisschlacht, in der sie die Fahrten subventionierten. Uber machte in der Folge in China laut dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Travis Kalanick 1 Milliarde Dollar Verlust im Jahr. Mitte 2016 gab Uber auf und verkaufte sein Geschäft an Didi für 35 Milliarden Dollar. Im Gegenzug erwarb Uber an Didi einen Anteil, der zuletzt mit 12,8 Prozent beziffert wurde.

          Für Käufer der Aktie stellt sich die Frage, wie Didi weiter wachsen will. Wie anderen Technologieunternehmen aus China auch schlug dem Fahrdienst in den vergangenen Monaten heftiger Gegenwind von den Regulatoren in Peking entgegen. Diese wollten untersuchen, ob der Dienst seine starke Marktstellung mit fairen Mitteln erzielt. Didi selbst investiert in den Bau eines Elektroautos und testet auch den Einsatz von Robotertaxis. Für diese Entwicklungen will man 30 Prozent der Einnahmen aus dem Börsengang verwenden. Weitere 30 Prozent will der Dienst für seine Expansion einsetzen. So will Didi nach dem Einstieg in Südamerika 2018 in diesem Jahr auch in Südafrika starten.

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