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Märkte : Die Fed und Evergrande stabilisieren den Dax

  • Aktualisiert am

Der Dax erholt sich. Bild: Reuters

Bislang schlucken die Anleger die Beruhigungspillen von Evergrande, die Märkte erholen sich. Wie lange geht das noch gut?

          2 Min.

          Langsam, aber sicher bekommen die Märkte wieder ihr Vertrauen zurück. Der deutsche Aktienindex Dax konnte daher bis zum Nachmittag um 0,8 Prozent zulegen auf 15 629 Punkte. Der M-Dax der mittelgroßen Börsenwerte gewann bislang rund 1 Prozent auf 35 554 Punkte. Ähnlich deutlich nach oben mit 1,2 Prozent ging es für den europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Für Hoffnung sorgte vor allem der angeschlagene chinesische Immobilienentwickler Evergrande, dessen Kurs in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um 19 Prozent stieg.

          Zuvor appellierte der oberste Aufseher von Evergrande intern an das Management, Vermögensverwaltungsprodukte an die Investoren auszuzahlen und die Bereitstellung der von ihm entwickelten Immobilien sicherzustellen. Damit ist die Krise aber noch nicht überstanden. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wird eine 83,5 Millionen Dollar schwere Zinszahlung einer Dollar-Anleihe fällig. Bislang ist unklar, ob der mit insgesamt 305 Milliarden Dollar verschuldete Konzern die Anleihe bedienen kann. Außerdem hat er 30 Tage Zeit, die Schuld zu begleichen. Trotzdem bereiten sich die Chinesen informierten Kreisen zufolge auf einen Untergang des krisengeschüttelten Immobilienkonzerns vor.

          Wie groß das Risiko ist, darauf verwies auch die Schweizer Nationalbank. „Es ist falsch, hier in Alarmismus zu verfallen, aber auch falsch, hier einfach alles zu ignorieren und zu sagen, es sei ein lokal kleines Problem“, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan. „Wir haben immer wieder gesehen, dass aus scheinbar kleinen Entwicklungen plötzlich die Finanzmärkte verunsichert werden und größere Korrekturen kommen. Wir werden das ganz genau verfolgen, wie das alle anderen Zen­tralbanken auch machen werden.“ Evergrande zeige, dass es immer wieder zu unerwarteten Störungen kommen könne, die dann größere Auswirkungen hätten, sagte Jordan. Entsprechend wichtig sei es, dass die Akteure auf den Finanzmärkten wie etwa Banken über Eigenkapitalpolster verfügten, um Verluste absorbieren und so Dominoeffekte vermeiden zu können.

          Zusätzlichen Antrieb gab die Sitzung der US-Notenbank Fed vom Mittwochabend. Die Investoren zeigten sich angetan von den Signalen des Fed-Chefs Jerome Powell, der sein Bekenntnis zu einer Drosselung der Wertpapierkäufe bekräftigt hatte. Details zum Start oder Tempo des sogenannten Taperings nannte er nicht, signalisierte aber eine erste Zinserhöhung schon für das Jahr 2022.

          Die Fundamentaldaten verheißen allerdings weniger Gutes. Der Aufschwung in der Eurozone hat im September unerwartet kräftig an Schwung verloren. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister zusammen – fiel um 2,9 auf 56,1 Punkte. Damit mehren sich die Zeichen, dass die Wirtschaft im Euroraum das hohe Wachstumstempo im Schlussquartal nicht halten können wird.

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