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Börsenwoche : Stimmung der Anleger auf dem Tiefpunkt

Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse: Derzeit prägen die Bären die Entwicklung an den Aktienmärkten. Der Bär symbolisiert fallende Kurse. Bild: Lando Hass

Hohe Inflation und steigende Zinsen: Die Aussichten am Aktienmarkt bleiben vorerst trübe.

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          Der Blick zurück zum Jahresanfang verdeutlicht das Ausmaß der Börsenkorrektur. Am 5. Januar, dem dritten Handelstag, hatte der Dax mit 16 272 Punkten sein Jahreshoch erklommen. Danach ging es bergab. In dieser Woche sank der Leitindex unter die Marke von 12 000 Punkten. Selbst der Erholungsversuch am Freitagvormittag verpuffte schon wieder am frühen Nachmittag. Die Stimmung befindet sich inzwischen auf einem Tiefpunkt. Die Rezessionsangst greift in den Unternehmen immer weiter um sich, wie der Geschäftsklimaindex des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo gezeigt hat.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Konjunkturabschwung steht so gut wie fest, nur das Ausmaß ist noch offen. Hinzu kommt die weiter ausufernde Inflation, die sowohl in Deutschland als auch im Euroraum im September die Marke von 10 Prozent erreicht hat. In Deutschland wurde zuletzt Anfang der 1950er-Jahre eine Teuerung im zweistelligen Bereich gemessen, für den Euroraum war es das erste Mal. Inzwischen ist unter den Notenbanken der Kampf gegen die historisch hohe Inflation zum entscheidenden Thema für ihre Glaubwürdigkeit geworden.

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          Die drohenden deutlichen Zinserhöhungen spiegeln auch die Renditekurven am Anleihemarkt wider. Die für amerikanische Staatsanleihen ist invers, das bedeutet, die kurzfristigen Zinsen sind höher als die langfristigen. Die zweijährige US-Rendite liegt bei 4,2 Prozent und die zehnjährige bei 3,7 Prozent. Auch die Zinskurve der Bundesanleihen hat sich deutlich verflacht, mit 2,1 Prozent liegt die zehnjährige Rendite nicht einmal mehr 0,3 Prozentpunkte über der zweijährigen. Inverse oder verflachende Zinskurven gelten an den Märkten als Rezessionssignal. Das kurze Ende wird durch die Erwartung bevorstehender Zinserhöhungen bestimmt, während am lange Ende aufgrund der Rezession wieder sinkende Zinsen eingepreist werden.

          Doch bis dahin wird die Rezession das beherrschende Thema an den Börsen bleiben. Und für Aktien bleiben die Aussichten zunächst sehr trübe. Als Grund dafür nennt Commerzbank-Stratege Andreas Hürkamp die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen der amerikanischen Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB). „Das Risiko steigt, dass der Dax in den kommenden Monaten sogar unter das von uns für das zweite Halbjahr prognostizierte Tief von 11 500 Indexpunkten fallen wird“, warnt er in seinem Wochenausblick.

          Ein Hoffnungsschimmer bleibt: Wenn die Stimmung irgendwann am Tiefpunkt angelangt ist, kann es nur noch aufwärtsgehen.

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