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Steuertricksereien : Ermittlungen wegen Phantom-Aktien

  • Aktualisiert am

Nicht alle Börsengeschäfte verlaufen sauber. Bild: Jana Mai

Die Kölner Staatsanwaltschaft treibt ihre Untersuchungen von Steuertricksereien mit „Phantom-Aktien“ voran. Die Ermittlungen könnten auch die Deutsche Bank betreffen.

          Die Kölner Staatsanwaltschaft treibt ihre Untersuchungen von Steuertricksereien mit „Phantom-Aktien“ voran. Die Behörde habe unter anderem ein Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeiter einer Bank in Deutschland wegen des Verdachts von Steuervergehen mittels ADR-Papieren eingeleitet, sagte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Er äußerte sich nicht dazu, welche Bank betroffen ist. Auch gehe die Behörde der Frage nach, ob in sogenannten Vorab-ADR neben Cum-Ex ein weiteres Modell liegen könnte, mit dem illegal die Kapitalertragsteuer „gezogen“ wurde, sagte der Sprecher.

          Die Ermittlungen könnten die Deutsche Bank betreffen. Sie war Ende Juli von der amerikanischen Börsenaufsicht SEC bestraft worden. Zwei Tochtergesellschaften sollen mit diesen Aktien-Hinterlegungsscheinen (ADR) verbotene Geschäftspraktiken angewandt haben. Die Deutsche Bank musste ein Bußgeld von fast 75 Millionen Dollar zahlen. ADR (American Depositary Receipts) stellen eine Alternative zum Handel von Anteilen ausländischer Firmen am amerikanischen Kapitalmarkt dar. Die Deutsche Bank hat eigenen Angaben zufolge 2014 aufgehört, Vorab-ADR um den Dividendenstichtag auszugeben und sich 2016 dann ganz aus diesen Geschäften zurückgezogen. In zahlreichen Fällen sollen aber ADR-Papiere ausgegeben worden sein, ohne dass die Banken die betreffenden Papiere besaßen – sogenannte Vorab-ADR.

          Zum Thema ADR äußerte sich die Deutsche Bank nach einem Reuters-Bericht am Donnerstag nicht und verwies auf ihre Aussagen zum ähnlich gelagerten Thema Cum-Ex. Die Deutsche Bank selbst habe keine Cum-Ex-Geschäfte betrieben. „Als große Teilnehmerin am Markt war die Deutsche Bank jedoch teilweise in Cum-Ex-Geschäfte von Kunden eingebunden“, sagte ein Sprecher. Die Bank kooperiere in vollem Umfang mit den zuständigen Behörden.

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