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Anlageentscheidungen : China statt Europa

Chinesische Soldaten zeigen die Flagge der Kommunistischen Partei während einer Militärparade Bild: AFP

Staatsfonds und Zentralbanken aus der ganzen Welt trauen Europa nicht mehr viel zu. Der alte Kontinent erscheint für ihre Anlageentscheidungen zu unsicher geworden zu sein.

          Staatsfonds und Zentralbanken aus der ganzen Welt trauen Europa nicht mehr viel zu. Deshalb bauen sie den Anteil europäischer Anlagen in ihren Portfolios ab, wie aus einer aktuellen Umfrage des Vermögensverwalters Invesco hervorgeht. Umgekehrt wird in China aufgestockt, was sich mit dem Vertrauen in die Wachstumsdynamik erklären lässt – dem Handelskonflikt zum Trotz.

          Europa ist angesichts der demographischen Entwicklung ein „Alter Kontinent“ mit mäßigen Wachstumsperspektiven. Dass aber die staatlichen Investoren ihre Skepsis auch mit der politischen Unsicherheit begründen und dabei auf die Wahlerfolge populistischer Parteien verweisen, muss hinterfragt werden. Erst recht, wenn stattdessen China als Anlageziel bevorzugt wird.

          Über die Wahlerfolge von AfD oder italienischer Lega kann man geteilter Meinung sein, sie sind aber das Ergebnis demokratischer Wahlen. In China sind solche Wahlen nicht möglich, die Regierung baut die Überwachung jedes Bürgers systematisch aus. Sieht so die politische Sicherheit aus, die sich Staatsfonds und Zentralbanken wünschen? Wer nachhaltig anlegen will, muss auch auf politische und persönliche Freiheit achten.

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