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Bafin hegt Verdacht : Insiderverdacht um Boss-Aktien

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Was war da 2016 los bei Hugo Boss? Bild: EPA

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart schaut sich die Ereignisse rund um den Absturz der Hugo-Boss-Aktie im Jahr 2016 an. Was war da los?

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          Die Ereignisse rund um den Absturz der Aktie des Modeherstellers Hugo Boss im Jahr 2016 hat die Stuttgarter Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Sie prüft die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens, wie eine Sprecherin am Montag mitteilte. Hintergrund sei eine Anzeige der Finanzaufsicht vom September wegen mutmaßlichen Insiderhandels mit Aktien des Bekleidungsherstellers. Weder die Finanzaufsicht noch das im schwäbischen Metzingen ansässige Unternehmen wollten sich zu Einzelheiten äußern. Eine Sprecherin von Hugo Boss betonte, gegen das Unternehmen sei nicht ermittelt worden.

          Wie lange der Prüfvorgang der Staatsanwaltschaft dauert, war zunächst unklar. Am 23. Februar 2016 warnte Hugo Boss seine Anteilseigner vor einem Rückgang des Gewinns. Der Aktienkurs brach am selben Tag um fast 20 Prozent ein. Die Gewinnwarnung kostete auch den damaligen Vorstandsvorsitzenden Claus-Dietrich Lahrs den Posten. Der Manager, der mittlerweile das italienische Luxuslabel Bottega Veneta leitet, war seit 2008 Vorstandsvorsitzender. Unter seiner Ägide hatte sich der Gewinn mehr als verdoppelt, der Wert des Anteilscheins kletterte um das Fünffache – ging danach aber in den Keller und gab nach der nun im Mittelpunkt stehenden Mitteilung im Februar 2016 noch einmal kräftig nach.

          Offenbar hatten sich laut einem Bericht des „Spiegel“ jedoch einzelne Insider frühzeitig abgesichert: Kurz vor der Veröffentlichung wurden anscheinend noch größere Mengen an Wertpapieren verkauft. Gegen wen sich die Anzeige der Bafin richtet, wollten weder Finanzaufsicht noch Staatsanwaltschaft offenlegen. Dem „Spiegel“ zufolge wird einem Aufsichtsrat von Hugo Boss vorgeworfen, Informationen über die bevorstehende Gewinnwarnung weitergegeben zu haben. Auf dessen Hinweis soll dann ein Verwandter noch rechtzeitig Aktien verkauft haben. Sowohl die Weitergabe solcher Informationen als auch ein anschließender Aktienverkauf wären laut Wertpapierhandelsgesetz illegal.

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