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Staatsanleihen : Mehr Sorgen, weniger Rendite

Notenbankchefs im Gespräch: EZB-Präsident Mario Draghi (l.) und Fed-Präsident Jerome Powell Bild: dpa

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fällt auf einen historischen Tiefstand. Das zeigt: Wer in einer unsicheren Welt nach sicheren Anlagen sucht, schaut nicht auf den Preis.

          Der Fall der Anleiherenditen rund um den Globus ist ein weiteres Zeichen für grundlegende Veränderungen in der Weltwirtschaft. Denn es ist aktuell nicht so sehr geldpolitischer Aktionismus, der die Rendite zehnjähriger amerikanischer Staatsanleihen auf 2,17 Prozent und die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen auf einen neuen historischen Tiefststand von minus 0,22 Prozent fallen lässt.

          In Washington ist die Fed noch bis zum Herbst dabei, ihre Anleihebestände zu reduzieren, während die Europäische Zentralbank ihre Anleihebestände nicht mehr aufstockt, sondern konstant hält. In einer Welt, in der die Inflation trotz langfristigen Wirtschaftswachstums niedrig bleibt, sind ohnehin keine sehr hohen Renditen zu erwarten.

          Die geopolitische Unsicherheit, die sich in Sorgen vor einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums äußert, lässt die Nachfrage nach Anleihen mit sehr guter Bonität aus Sicherheitsgründen steigen. Die Teilnehmer an den Kapitalmärkten sollten sich nicht wundern, wenn die Renditen noch weiter sinken sollten: Wer in einer unsicheren Welt nachdrücklich nach sicheren Anlagen sucht, schaut nicht auf den Preis.

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