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Spannung um Börsengang : Spotify-Aktie startet deutlich über dem Referenzkurs

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Der verlustbringende Musik-Streamingdienstes Spotify feierte im April sein Debüt an der New York Stock Exchange. Bild: Reuters

Der Musikstreaming-Dienst Spotify ist am Dienstag an der Börse gestartet. Die Nyse setzte den Referenzpreis bei 132 Dollar je Aktie fest. Mit dem offiziellen Einstiegskurs übertrifft die Aktie dann sogar die Prognosen.

          Keine Roadshow, keine Glocke, keine Interviews: Spotify hat für sein vielbeachtetes Börsendebüt an der New York Stock Exchange (Nyse) nicht nur den ungewöhnlichen Weg einer Direktplazierung gewählt, sondern zugleich gänzlich auf das häufig mit der Neuemission einhergehende Brimborium verzichtet. Doch trotzdem oder gerade deswegen sorgte der weltgrößte Musikstreaming-Dienst aus Schweden am ersten Handelstag für viel Aufsehen.

          Experten rechneten damit, dass die milliardenschwere Direktplatzierung im Falle eines Erfolges anderen, noch nicht börsennotierten Technologieunternehmen wie Uber und Lyft als Blaupause für ihre Neuemissionen dienen dürfte. Spotify-Chef Daniel Ek spielte vorab die Bedeutung des Börsendebüts herunter. Es hebe das Unternehmen zwar auf die große Bühne, aber „es ändert nicht, wer wir sind, um was es uns geht und wie wir vorgehen“.

          Im frühen Börsenhandel lag die erste Indikation für das Papier des Musik-Streamingdienstes zwischen 145 und 155 Dollar. Die zweite Indikation lag schon zwischen 155 und 160 Dollar. Der von der Nyse festgesetzte Referenzpreis für Spotify lag bei 132 Dollar je Aktie, womit das Unternehmen insgesamt mit 23 Milliarden Dollar bewertet wurde. Dieser Kurs soll als Orientierungsmarke für das ungewöhnliche Börsendebüt dienen. „Gemessen am Handel auf dem Graumarkt sowie an Angebot und Nachfrage sollte dies ein fairer Preis sein“, sagte ein Händler. Drei Stunden nach dem Handelsauftakt am Nyse stieg die Aktie des Musikanbieters dann mit 165,90 Dollar sogar noch etwas über der zweiten Indikation ein. 

          Analysten trauen Spotify Bewertung von rund 20 Milliarden Dollar zu

          Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, habe man sich für eine Direktplazierung statt für einen gewöhnlichen Börsengang (IPO) entschieden, um größere Kursschwankungen zu verhindern. Es gehe darum, gleich zu Beginn für einen "normalen Handel" zu sorgen, hieß es. Daher komme den Faktoren Stabilität und geringe Schwankung der Aktie eine wesentliche Bedeutung zu. So solle verhindert werden, dass der Erfolg des Börsengangs an einem potentiellen Kurssprung der Papiere gemessen werde, etwa ob die Aktie nun am ersten Handelstag um 30 Prozent hochgesprungen sei.

          Spotify hatte sich von Investmentbanken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley zwar beraten lassen, diese aber nicht wie bei einem Börsengang üblich mit einer Aktienausgabe und dem dazugehörigen Preisbildungsverfahren beauftragt, sondern sich für eine Direktplazierung an der Börse entschieden. Das spart auch Kosten.

          Allgemein trauen Analysten Spotify eine Bewertung von rund 20 Milliarden Dollar zu, obwohl das Unternehmen seit der Gründung 2006 rote Zahlen schreibt. Das war allerdings auch beim Video-Streamingdienst Netflix zu Beginn der Fall gewesen. Inzwischen aber ist das amerikanische Unternehmen profitabel und an der Börse rund 125 Milliarden Dollar wert.

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