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F.A.Z. exklusiv : Torsten Knapmeyer auf dem Sprung in den Deka-Vorstand

Die Deka-Zentrale in Frankfurt Bild: dpa

Nicht nur der neue Vertriebsvorstand, auch die Nachfolge von Risikovorstand Manuela Better steht so gut wie fest. An diesem Donnerstag entscheidet der Verwaltungsrat der Deka zudem über eine ganz andere Sache.

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          Die Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka steht kurz davor, ihren Vorstand mit zwei neuen Mitgliedern aufzufüllen. Nach Informationen der F.A.Z. wird der Verwaltungsrat an diesem Donnerstag Torsten Knapmeyer zum neuen Vertriebsvorstand berufen. Wahrscheinlich wird Knapmeyer, der seit 2009 einer von vier Geschäftsführern der Tochtergesellschaft Deka Immobilien ist, zunächst „nur“ Generalbevollmächtigter sein können, bis die Europäische Bankenaufsicht ihm die Lizenz für die Geschäftsführung der Konzernmuttergesellschaft erteilt hat und er dann zum Deka-Vorstand aufrücken darf.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Posten des Vertriebsvorstands in der Deka ist vakant, weil Amtsinhaber Georg Stocker zum Jahreswechsel Michael Rüdiger als Vorstandsvorsitzenden ablöst. Darüber hinaus hat sich Manuela Better entschieden, ihren Ende Mai 2020 auslaufenden Vertrag als Risikovorstand nicht zu verlängern. Auch Betters Nachfolge ist so gut wie geklärt. Für sie wird die Deka nach Informationen der F.A.Z. eine Risikofachfrau von einer anderen Bank verpflichten. Ob der Verwaltungsrat über diese Personalie auch schon jetzt entscheidet, war bis zuletzt offen.

          Mehrere Monate hinziehen

          Dominiert wird die Tagesordnung des Verwaltungsrates am Donnerstag ohnehin von der Frage, ob die Deka Verhandlungen mit der nur wenige Meter von ihr in Frankfurt entfernt residierenden Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) über eine Zusammenarbeit oder gar eine Fusion aufnehmen soll. Starke Kräfte in der Sparkassengruppe verlangen danach und sehen darin wie etwa Helmut Schleweis, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, einen ersten Schritt zu einer Super-Landesbank.

          Die Neubestellung von Deka-Vorständen gerade zu diesem Zeitpunkt mag als wenig passend erscheinen, da nach einer Zusammenlegung von Deka und Helaba der Vorstand überdimensioniert wirken könnte. Allerdings dürften sich die Verhandlungen – so sie denn später im Dezember auch der Verwaltungsrat der Helaba beschließt – mehrere Monate hinziehen. Da im Jahr 2020 mit dem Vorstandsvorsitzenden Herbert Hans Grüntker und Firmenkundenvorstand Norbert Schraad altersbedingt zwei Helaba-Vorstandsmitglieder in den Ruhestand treten, entspannt sich ein mögliches Überangebot an Vorständen schnell etwas.

          Der Absatz schwächelt

          Außerdem verfügt das vermutlich bald neue Deka-Vorstandsmitglied Knapmeyer über ein seltenes und wichtiges Profil: Er hat für die Kreissparkasse Hildesheim und die Sparkasse Werra-Meißner als Vorstand gearbeitet, bevor er 2006 zur Deka wechselte, anfangs als Leiter des Vertriebs für die Sparkassen im Norden und Osten Deutschlands. Insofern weiß Knapmeyer genau, worauf es Sparkassen ankommt: Auf gute Fonds und hohe Vertriebsprovisionen für den Verkauf von Fonds der Deka.

          Gespür hat Knapmeyer zuletzt bewiesen, indem er Wohnimmobilienfonds mit initiierte und damit der Nachfrage der Sparkassenkunden entgegenkam. Doch sein neuer Einsatzbereich ist weiter gefasst. Zwar konnte die Deka in diesem Jahr beim Fonds-Absatz an institutionelle Großkunden wie Versicherer und Stiftungen aufholen, doch plötzlich schwächelt der Absatz von Deka-Wertpapierfonds in den Sparkassen etwas. Hier zeigt sich also, dass der Sparkassen-Vertrieb wider Erwarten kein Selbstläufer ist. Für den neuen Vertriebsvorstand gibt es genug zu tun. 

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