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Technische Analyse : Spanien schlägt Frankreich

  • -Aktualisiert am

Die Börse in Madrid. Bild: dpa

Wer als Anleger im nächsten Jahr über den Dax-Tellerrand blicken möchte, sollte sich unter anderem einmal im spanischen IBEX 35 umschauen.

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          Im Jahr 2017 konnten fast alle wichtigen länderbezogenen europäischen Standardwerte-Aktienindizes deutliche Gewinne erzielen, und das schon das zweite Jahr in Folge. Oft ist es gelungen, den Euro Stoxx 50 zu schlagen. Mit Blick auf 2018 deutet die aktuelle technische Lage aber einen Übergang in ein gemischtes Bild an. Der französische CAC 40, der besonders im ersten Halbjahr 2017 durch ausgeprägte Kursgewinne aufgefallen war, verliert an mittelfristiger Aufwärtsdynamik und sollte in 2018 seinen mittelfristigen Hausse-Trend zur Seite verlassen.

          Der spanische Ibex 35, der im zweiten Halbjahr 2017 im europäischen Vergleich aufgrund des Katalonien-Konflikts eine schlechte Kursentwicklung genommen hat, weist aktuell ein attraktives technisches Gesamtbild auf. Beim Schweizer SMI, bei dem die Hausse in 2017 durch die Schwäche des Frankens gegenüber dem Euro fast vollständig neutralisiert wurde, deutet sich für 2018 eine moderate relative Stärke im europäischen Index-Vergleich an. Dies sollte aber dem schwedischen OMX, bei dem zuletzt auch die Hausse-Dynamik verlorengegangen ist, nicht gelingen. Beim österreichischen ATX, der in diesem Jahr über 26 Prozent zulegen konnte, sollte sich die Hausse im neuen Jahr – aber mit deutlich reduzierten Kurschancen – fortsetzen.

          CAC 40 wird es schwer haben

          Der französische CAC 40, ein Kursindex, der analog zum Dax am 31. Dezember 1987 bei 1000 Punkten startete, weist aktuell eine Brutto-Jahresdividendenrendite von gut 3 Prozent auf. Der Index, bei dem der technische Hausse-Zyklus auch im März 2009 vom Tief bei 2445,5 Punkten einsetzte, hat in diesem Zyklus bisher einen Kurszugewinn von ungefähr 120 Prozent geliefert. Trotz vieler Jahre mit einer relativen Schwäche im europäischen Index-Vergleich, die sich aufgrund der Index-Zusammensetzung, aber auch aufgrund der Finanz- und Wirtschaftspolitik ergeben hatte, setzte auch im CAC 40 von Mai 2015 an eine technische Zwischen-Baisse ein.

          Diese drückte den Index von 5284 Punkten bis auf ein Zwischentief bei 3892 Punkten im Februar 2016. Diese Zwischenbaisse, die aber den mehrjährigen Hausse-Zyklus nicht beendet hatte, mündete im Jahr 2016 unterhalb der Widerstandszone von 4610 Punkten in einer Bodenformation, die die charttechnische Form eines Doppelbodens („W-Formation“) aufweist. Zum Jahreswechsel 2016/2017 war der Index mit einem Investment-Kaufsignal (Sprung über 4610 Punkte) sowohl aus dem Zwischenbaisse-Trend als auch aus der technischen Bodenformation herausgekommen und hat einen neuen mittelfristigen Hausse-Trend etabliert.

          Besonders im ersten Halbjahr 2017 – unterstützt durch die Umfrageergebnisse und dann den Ausgang der französischen Präsidentenwahlen – lieferte der CAC 40 eine hohe Aufwärtsdynamik und eine relative Stärke im europäischen Index-Vergleich. Hierdurch wurde der Index bis auf 5536 Punkte (neue Widerstandszone) und in eine mittelfristig überkaufte Lage geführt. Zwar ist der Hausse-Trend, der aktuell bei 5300 Punkten im direkten Umfeld der steigenden 200-Tage-Linie liegt, noch intakt, jedoch sorgen die technischen Eintrübungen bei vielen französischen Index-Schwergewichten schon für eine Abschwächung der Aufwärtsdynamik am französischen Aktienmarkt.

          Als Konsequenz sollte sich die Hausse im CAC 40 im neuen Jahr verlangsamen und der steile Hausse-Trend zur Seite verlassen werden. Insgesamt sollte es der CAC 40 schwer haben, die mittelfristige Widerstandszone von 5500 bis 5600 Punkten zu überwinden und dürfte – im europäischen Vergleich – wieder in eine relative Schwäche fallen.

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