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Aktie Hormel Foods : Mit Spam-Fleisch auf Kurshoch

„Spam“ steht in seiner ursprünglichen Bedeutung nicht für zweifelhafte Massen-E-Mails, sondern für Konservenfleisch. Bild: AFP

Das Konservenfleisch mit dem abstoßenden Markennamen gibt es seit den 1930er-Jahren. Dank Corona ist die Aktie des Herstellers Hormel Foods auf neuen Höhen. Ein Portfoliomanager rät aber dennoch vom Kauf ab.

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          Für Gourmets sind die Produkte des amerikanischen Fleischproduzenten Hormel Foods wahrlich nicht gemacht. Mit Konservenfleisch der Marke „Spam“ wurde das Unternehmen in den 1930er-Jahren bekannt. Das steht für „Spiced Ham“ und kann noch heute in deutschen Supermärkten gekauft werden.Die andere, mittlerweile ungleich geläufigere Bedeutung geht auf den Dezember 1970 zurück. In einem Sketch in Folge 25 von Monty Python’s Flying Circus bot die Kellnerin einer Imbissbude einem Ehepaar „Spam, Spam, Spam, Spam, Spam, Spam, Baked Beans, Spam, Spam, Spam und Spam“ an. Gegründet wurde das in Austin im Bundesstaat Minnesota ansässige Unternehmen 1891 von George A. Hormel, einem Sohn deutscher Immigranten.

          Niklas Zimmermann
          Redakteur in der Politik.

          Gerade in Deutschland hat günstiges Fleisch gegenwärtig nicht den besten Ruf, der Tönnies-Skandal lässt grüßen. Die Anleger kümmert das aber wenig. „Tönnies ist weltweit ein eher kleiner Akteur“, sagt Philip Terwey, Portfoliomanager der Kapitalanlagegesellschaft GS&P. Man solle nicht den Fehler des „Home bias“ machen und von der Situation im eigenen Land auf die ganze Welt schließen.

          Von Corona-Ausbrüchen verschont

          In der Tat scheint es Hormel Foods gerade sehr gutzugehen. Am 18. März, als die Corona-Krise an den Börsen schon deutliche Spuren hinterlassen hatte, erreichte die Hormel-Aktie an der New Yorker Börse ein Allzeithoch von 51,30 Dollar. Nach einem Kursrückgang überschritt sie Mitte April abermals die Marke von 50 Dollar, unter der sie dieser Tage knapp steht. Vor zehn Jahren war Hormel Foods noch mit rund 10 Dollar notiert.

          Aktuell stimmen auch die operativen Zahlen. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres ist der Nettoumsatz auf ein Rekordhoch von 2,4 Milliarden Dollar gestiegen. Beim Kernprodukt „Spam“ und bei der Erdnussbutter gab es sogar ein „zweistelliges Wachstum“. Hormel Foods lobt sich auch selbst für das Management der Corona-Krise. Die Maßnahmen wie regelmäßige Desinfektion oder Fiebermessen würden den Vorgaben der Behörden entsprechen oder sie gar übertreffen.In der Tat scheint das Unternehmen von Corona-Ausbrüchen verschont geblieben zu sein – im Gegensatz zum Konkurrenten Tyson Foods, der sowohl in der Produktion von Schweinefleisch als auch von Geflügel Corona-Fälle zu beklagen hatte und vorübergehend Fabriken schloss. Die Tyson-Aktie war in der zweiten Jahreshälfte 2019 noch knapp 90 Dollar wert, seit März sind es nur noch rund 60 Dollar.

          Über die Renaissance des Konservenfleischs sagt Portfoliomanager Terwey: „Hormel hat von Corona profitiert.“ Es stelle sich aber die Frage, wie es mit der Gastronomie weitergehe. Deren Zulieferung sei während der Pandemie auch bei Hormel Foods eingebrochen. „Der Trend geht ganz klar in Richtung bewussteres Essen“, sagt Terwey über die längerfristige Entwicklung. Das sei auch von Branchenführern wie Nestle oder Danone antizipiert worden.Das Börsenhoch, das im Juli vergangenen Jahres der amerikanische Fleischersatzhersteller Beyond Meat erlebt hatte, bezeichnet er als „Hype“. Seit Mitte März hat sich aber auch dessen Aktie wieder mehr als verdoppelt. Das Ende der konventionellen Fleischproduktion sieht Anlagespezialist Terwey jedenfalls nicht gekommen.

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