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Softbanks Mobilfunktochter : Japans größter Börsengang seit 20 Jahren

  • Aktualisiert am

Softbank-COO Jun Shimba beantwortet Fragen während einer Pressekonferenz. Bild: AFP

Softbanks Mobilfunktochter soll dem Unternehmen 18 Milliarden Dollar einbringen. Nicht nur an der Börse gab es positive Reaktionen.

          In Japan zeichnet sich der größte Börsengang seit fast zwei Jahrzehnten ab: Die Softbank Group will 30 Prozent ihrer Mobilfunktochter an die Börse bringen und könnte damit etwa 18 Milliarden Dollar erlösen. Dies sei eine Option, erklärte das Unternehmen an diesem Montag. Noch sei aber keine Entscheidung gefallen. Der Antrag für die Emission soll der Tageszeitung „Nikkei“ zufolge schon im Frühjahr – zwischen März und Mai – gestellt werden. Die Erstnotiz ist demnach für den Herbst in Tokio und eventuell in London geplant.

          An der Börse in Tokio kam die Nachricht gut an. Softbank-Papiere gewannen über drei Prozent an Wert. Softbank ist auch Großaktionär beim amerikanischen Mobilfunkanbieter Sprint, dessen Pläne für eine Fusion mit der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US Ende vergangenen Jahres scheiterten.

          Neben Anlegern können auch Experten den Plänen etwas abgewinnen. „Es ist sinnvoll, das Mobil-Geschäft mit einem Börsengang auszulagern“, sagte Erik Gordon, Professor an der Ross School of Business der Universität von Michigan. Softbank behalte die Kontrolle. Die Erlöse könnten genutzt werden, um in Unternehmen mit guten Wachstumsaussichten zu investieren. „Es ist eine Möglichkeit, an Kapital zu kommen, ohne Schulden aufzunehmen oder die Beteiligungen an Wachstumsunternehmen zu verwässern“, sagte Gordon.

          Die SoftBank Group ist an zahlreichen Technologieunternehmen beteiligt, darunter am britischen Chipdesigner ARM Holdings und am chinesischen Online-Händler Alibaba. Zusammen mit anderen Investoren hat sie zudem den 93 Milliarden Dollar schweren Vision Fund aufgelegt, der Geld in zahlreiche Technologiefirmen steckt wie etwa in die deutsche Gebrauchtwagen-Plattform Auto1. Die Marktkapitalisierung von Softbank liegt bei 92 Milliarden Dollar, während allein der Alibaba-Anteil von knapp 30 Prozent etwa 140 Milliarden Dollar wert ist. Dem stehen Verbindlichkeiten von rund 100 Milliarden Dollar gegenüber.

          Ein Börsengang in der Größenordnung von – in heimischer Währung gerechneten – zwei Billionen Yen durch eine japanische Firma gab es zuletzt 1998, als der Mobilfunkmarktführer NTT DoCoMo den Sprung aufs Parkett wagte und 2,1 Billionen Yen erlöste. Noch größer war 1987 der Börsengang der bis dahin in Staatsbesitz befindlichen Nippon Telegraph and Telephone, der 2,2 Billionen Yen schwer war.

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