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Studie : So viel Aktionäre auf Hauptversammlungen wie noch nie

  • Aktualisiert am

Proteste der Organisation Attac vor der Hauptversammlung der Deutschen Bank in der Messe Frankfurt Bild: Hanno Mußler

Auch wenn die Präsenz bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank vergleichsweise gering ist - insgesamt sehen Vorstände mehr Aktionäre als ihnen vielleicht lieb ist.

          Die Aktionäre der großen deutschen börsennotierten Unternehmen beteiligen sich so stark an den jährlichen Hauptversammlungen wie nie zuvor. Bei den Investorentreffen der 30 Dax-Konzerne sei die Anwesenheitsquote um 1,1 Prozentpunkte auf einen Rekordwert von 67 Prozent gestiegen, zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Finanzierungsberatung Barkow Consulting. Damit waren erstmals mehr als zwei Drittel des Kapitals bei den Hauptversammlungen vertreten.

          Der Grund für die höhere Beteiligung ist das gesteigerte Interesse institutioneller Investoren, die als Anteilseigner börsennotierter Konzerne im Vergleich zu Kleinanlegern die wichtigere Rolle spielen. Große Fondsgesellschaften etwa nehmen ihr Recht, auf Hauptversammlungen abzustimmen und sich zu Wort zu melden, deutlich stärker wahr als noch vor einigen Jahren, wie die Finanzierungsberater von Barkow Consulting ausführen.

          Zwar verursachen die Reisen zu deutschen Hauptversammlungen bei Fondsanbietern wie Blackrock oder der Deutsche-Bank-Tochter DWS durchaus ein wenig Aufwand. Doch die Vermögensverwalter stehen selbst unter Druck, Einfluss zu nehmen, da sie im Sinne der Fondsanleger abstimmen müssen.

          Selbst die Anbieter so genannter passiver Aktienfonds - Vehikel, die etwa Börsenindizes nachbilden, ohne auf die Auswahl oder Gewichtung Einfluss zu nehmen - nehmen auf Hauptversammlungen mittlerweile zum Teil eine aktivere Rolle ein: Gerade weil sie nicht entscheiden können, welche Aktien sie ihren Kunden anbieten, versuchen sie, die Unternehmen in kritischen Situationen zu beeinflussen. Das kann in Gesprächen am Rande der Hauptversammlung sein, mit Redebeiträgen oder auf die harte Tour per Abstimmung.

          Bei der Deutschen Bank ist die Anwesenheitsquote gegen den Trend um knapp 8 Prozentpunkte gefallen, wie aus der Studie weiter hervorgeht. Die Anwesenheit liegt jetzt nur noch bei gut einem Drittel des Aktienkapitals.

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