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Technische Analyse : So erkennen Sie die nächsten Index-Absteiger

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Jose Maria Alvarez-Pallete, der Vorstandschef von Telefonica. Bild: EPA

Die Commerzbank musste aus dem Dax, die Deutsche Bank aus dem Euro Stoxx. Index-Absteiger sind vorher oft durch eine mittelfristige relative Schwäche erkennbar. Es gibt drei weitere Kandidaten.

          Die Commerzbank ist aus dem Dax geflogen, die Deutsche Bank und Eon mussten den Euro Stoxx 50 verlassen. Nach den gerade erfolgten Index-Anpassungen bestätigt sich die langjährige Erfahrung des Technikers, dass die Index-Absteiger schon vorher durch eine mittelfristige relative Schwäche erkennbar sind. Titel, die jetzt im Index schwach positioniert sind und aktuell eine eingetrübte technische Gesamtlage aufweisen, bieten sich damit zum Verkauf oder zum Tausch.

          Mit Blick auf den Stoxx 50 fällt unter den kleineren Index-Werten der spanische Telekom-Konzern Telefónica besonders negativ auf. Im Euro Stoxx 50 ist abermals der Immobilienkonzern Unibail-Rodamco-Westfield zu nennen. Im neuen M-Dax 60 sollte es Fielmann schwerer fallen, bei den nächsten Index-Überprüfungen seine Mitgliedschaft zu verteidigen.

          Telefonica

          Nach der zuletzt erfolgten Veränderung der Zusammensetzung gehört der spanische Telekom-Konzern Telefónica – nach Marktkapitalisierung im Streubesitz – zu den kleinsten Aktien im Stoxx 50. Als Konsequenz zählt der Titel aus index-technischer Sicht bereits zum erweiterten Kreis der Entnahmewerte, entweder bei einer möglichen außerordentlichen Veränderung der Index-Zusammensetzung oder bei der nächsten regulären Index-Überprüfung im September 2019. Telefónica hat sich erst im Jahr 2012, ausgehend von einem Kurstief bei 7,10 Euro (mittelfristige Unterstützungszone), der schon seit Jahren laufenden Hausse-Bewegung an den europäischen Aktienmärkten angeschlossen. Von 2012 bis 2015 ergab sich ein (moderater) Hausse-Trend, der den Titel bis auf ein Zwischentop um 13,60 Euro führte. Die danach aufgetretenen Gewinnmitnahmesignale und der Rutsch sowie die Kursetablierung unterhalb der 200-Tage-Linie sorgten Ende 2015 für einen mittelfristigen Abwärtstrend.

          In den Folgejahren ergaben sich weitere (Trading-)Verkaufssignale, mittelfristige Abwärtsschübe sowie Konsolidierungen und moderate Zwischenerholungen. Insgesamt etablierte Telefónica aber eine Baisse-Bewegung, wobei der zentrale Baisse-Trend zurzeit bei zirka 8,50 Euro liegt. Sowohl während des Kursrutsches im Jahr 2016 als auch Mitte 2018 war die Aktie jeweils bis auf die mittelfristige Unterstützungszone um 7,10 Euro zurückgefallen.

          In den vergangenen Wochen sorgten belastende Meldungen bezüglich der wirtschaftlichen Lage in einigen aufstrebenden Volkswirtschaften (Emerging Markets) bei Telefónica mit ihren umfangreichen Aktivitäten in Südamerika für Kursbelastungen. Das neue Verkaufssignal, das durch den Kursrutsch unter 7,10 Euro entstanden ist, sorgt für eine Fortsetzung des laufenden Baisse-Trends und der ausgeprägten relativen Schwäche gegenüber dem Stoxx 50. Aufgrund der fehlenden index- und charttechnischen Perspektiven bleibt Telefónica ein Verkauf beziehungsweise ein Tausch.

          Unibail-Rodamco-Westfield

          Unibail-Rodamco-Westfield hatte im Jahr 2018 nicht durch eine ansprechende Kursentwicklung, sondern nur durch das Zusammengehen mit der australischen Westfield und der damit verbundenen Ausgabe von neuen Aktien seine Position als kleinste Aktie im Euro Stoxx 50 an andere Titel abgegeben. Hierdurch konnte der Titel seine Index-Position zunächst verteidigen. Jedoch bleibt die mittel- und langfristige technische Gesamtlage in der Aktie unverändert.

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