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Rüstungsindustrie Amerika : Skeptische Reaktionen auf Großfusion

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Pratt & Whitney - Sparte von United Technologies Bild: dapd

Die amerikanischen Rüstungskonzerne Raytheon und United Technologies wollen fusionieren. Doch neben Präsident Trump reagiert auch die Wall Street eher skeptisch.

          In der amerikanischen Rüstungs- und Luftfahrtindustrie bahnt sich eine Großfusion an. Die Konzerne United Technologies und Raytheon wollen sich zusammenschließen. Dies teilten diese am Sonntag mit. Durch die Fusion, die über einen Aktientausch erfolgen soll, entstünde ein Unternehmen mit einem geschätzten Jahresumsatz von rund 74 Milliarden Dollar.

          Die Aktienkurse beider Unternehmen reagierten auf die Ankündigung zunächst mit deutlichen Aufschlägen, gaben diese Zugewinne jedoch wieder ab. United Technologies schlossen nach einer kurzen positiven Reaktion am Ende sogar mehr als 3 Prozent im Minus.

          Offenbar sind die Investoren von der Idee nicht über aus begeistert. Allerdings hatte sich auch Amerikas Präsident Trump skeptisch geäußert. Er sei „etwas besorgt“, sagte er am Montag dem amerikanischen Fernsehsender CNBC. Die Frage auf, ob die Fusion zu weniger Wettbewerb führe und es für die amerikanische Regierung schwieriger machen könne, Rüstungsverträge zu verhandeln.

          RAYTHEON

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          Die Kombination von United Technologies und Raytheon werde die Zukunft von Luftfahrt und Verteidigung bestimmen, sagte dagegen United-Technologies-Chef Greg Hayes. An der Börse wird United Technologies derzeit mit 114 Milliarden Dollar und Raytheon mit 52 Milliarden Dollar bewertet. Allerdings wird United Technologies zwei große Tochterfirmen nicht in die Fusion einbringen. Das Industriekonglomerat hatte schon im November angekündigt, sich in drei separate Unternehmen aufzuspalten.

          Die Aufzugsparte Otis und der Klimaanlagenbauer Carrier sollen auf eigenen Füße stehen, das Luft- und Raumfahrtgeschäft mit Rockwell Collins und dem Triebwerkbauer Pratt & Whitney soll zum Kern des mit Raytheon fusionierten Konzerns werden. Die neue Gesellschaft, an der United Technologies mit 57 Prozent die Mehrheit übernimmt, dürfte es dennoch auf einen Börsenwert von rund 120 Milliarden Dollar bringen.

          UNITED TECHN.

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          Leiten wird das neue Unternehmen, das Raytheon Technologies Corporation heißen soll, United-Technologies-Chef Hayes. Die Aufsichtsgremien beider Konzerne haben dem Zusammenschluss laut der gemeinsamen Mitteilung bereits zugestimmt. Angesichts der skeptischen Töne aus dem Weißen Haus und der auch sonst eher verhaltenen Reaktion der Börse erscheinen Zweifel angebracht und abwarten nicht die schlechteste Option.

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