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Schwere Wirtschaftskrise : Simbabwe steht vor der nächsten Währungskrise

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Emmerson Mnangagwa, der Präsident von Simbabwe kämpft mit einer schweren Wirtschaftskrise in seinem Land. Bild: dpa

Die Notenbank von Simbabwe hat entschieden, die bisherige Bindung an den amerikanischen Dollar aufzugeben. Die Folgen könnten für das südafrikanische Land dramatisch sein.

          Zur Überwindung der schwersten Wirtschaftskrise seit einem Jahrzehnt hat die Zentralbank in Simbabwe die Bindung an den amerikanischen Dollar aufgegeben. Die örtliche Parallelwährung und Bankguthaben, die bisher per Gesetz dem Dollar gleichgestellt waren, würden ab sofort einem freien Wechselkurs unterliegen, erklärte Zentralbankchef John Mangudya am Mittwoch. Damit scheint eine dramatische Abwertung unausweichlich.

          Auf dem Schwarzmarkt waren die Parallelwährung, die sogenannten Schuldscheine, und alle elektronischen Zahlungsformen zuletzt nur noch ein Drittel oder ein Viertel eines Dollars wert. Beim Wechseln von Dollar-Noten zum Schwarzmarktpreis drohten bislang bis zu zehn Jahre Haft. Die künstliche Bindung an den Dollar der Vereinigten Staaten war jedoch nicht mehr haltbar: Obwohl theoretisch eine Parität bestand, hatten Supermärkte ihre Preise für Zahlungen mit Karte oder Schuldscheinen bereits vervielfacht, besonders für importierte Waren.

          Anfang des Jahres hatte die Regierung auch den Benzinpreis fast verdreifacht, was zu Massenprotesten führte. Importgüter wie Benzin, Medikamente und selbst Getreide sind Mangelware, weil es an Devisen fehlt. Die Parallelwährung wurde im Ausland bislang nicht akzeptiert.

          Simbabwe schaffte nach einer Phase der Hyperinflation vor zehn Jahren seine Währung ab, den Simbabwe-Dollar, und nutzt seither vor allem den amerikanischen Dollar. Weil es aber nicht genügend amerikanischen Dollar im Umlauf gibt, führte die Regierung 2016 die Schuldscheine ein.

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