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Entlassung von Fondsmanager : Schweizer Fondsgesellschaft GAM leidet weiter unter Affäre

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Bild: F.A.Z.

Der durch einen Skandal um einen Fondsmanager angeschlagene Schweizer Fondsanbieter GAM hat weiter zu leiden. Einige Investoren glauben aber Zeichen der Besserung auszumachen.

          Die Schweizer Fondsgesellschaft GAM Holding leidet immer noch unter dem Skandal um ihren einstigen Spitzenmanager Tim Haywood. Im ersten Halbjahr wird voraussichtlich ein Verlust von 14 Millionen Franken anfallen. Vor Jahresfrist hatte GAM nach einem Gewinn von 25,4 Millionen Franken verbucht. Als Grund führte GAM geringere Erträge angesichts des geschrumpften verwalteten Vermögens an.

          Das Unternehmen hatte im Juli 2018 Haywood zunächst suspendiert und später entlassen, weil dieser gegen interne Richtlinien verstoßen hatte, etwa bei der Annahme von Geschenken und Einladungen Mittlerweile entließ GAM den Fondsmanager.

          Nach dem Vorfall liquidierte die Gesellschaft auch die von Haywood verwalteten Anleihen-Fonds. Aber auch aus anderen Anlagevehikeln zogen die Anleger Gelder ab.

          Zahlen machen Hoffnung...

          Auf die Zahlen vom Mittwoch reagierten die Anleger jedoch trotz der Verluste positiv. Denn das insgesamt verwaltete Vermögen stieg seit Jahresbeginn wieder um rund vier Milliarden Franken. Allerdings stammt der Anstieg aus dem Geschäft mit der Auftragsverwaltung von Fonds für Dritte. In den Fonds unter eigenem Namen schrumpfte das verwaltete Vermögen um weitere 4 Milliarden Franken auf 52 Milliarden Franken. Dies ist indes nur noch sehr wenig: Im zweiten Halbjahr 2018 war es um fast 30 Milliarden geschrumpft.

          Vor allem aber ist das Unternehmen offenbar mit der Auflösung der Haywood-Fonds im Zeitplan. Diese soll bis Mitte Juli abgeschlossen sein. Danach könnte ein Verkauf von Unternehmensanteilen konkret werden.

          GAM HOLDING AG NA.SF -,05

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          Die Kursgewinne vom Mittwoch sollte man zudem nicht überbewerten, allzumal diese am Vormittag dahinschmolzen. Am Dienstag war der Kurs mit Blick auf zudem noch um neun Prozent gefallen, nachdem die UBS ihre Schätzungen für den Gewinn je Aktie im Vorfeld der Halbjahreszahlen für 2019 um die Hälfte und für die Folgejahre weniger drastisch, aber deutlich gesenkt hatte.

          ... doch das Wichtigste fehlt

          Überdies machte GAM keine Angabe zu Mittelzu- und Abflüssen. Und angesichts gut laufender Märkte ist das Wachstum des verwalteten Vermögens sogar insgesamt eher gering. Dies wäre aber die entscheidende Größe, um abschätzen zu können, ob die Gesellschaft die Trendwende erreicht hat, heißt es von der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die Bank geht von einem Mittelabzug von 6 Milliarden Franken aus. Bis GAM wieder spürbar Neugeld anlocken könne, lohne sich ein Investment nicht.

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