https://www.faz.net/-gv6-9o4wo

Keine Verlängerung : Schweizer Börse droht EU-Marktzugang zu verlieren

  • Aktualisiert am

Die Schweizer Börse droht die Isolation von einem Großteil Europas. Bild: dpa

Die EU hat eine wichtige Frist zur weiteren Anerkennung der Gleichwertigkeit der Schweizer Börse verstreichen lassen. Jetzt droht Anlegern, dass sie ab Juli vom Schweizer Markt abgeschnitten werden.

          1 Min.

          Die Schweizer Börse SIX droht im Juli den Marktzugang zur Europäischen Union (EU) zu verlieren. Die EU-Kommission hat auch am Dienstag nicht den Beschluss gefasst, die SIX weiter als gleichwertig zu Börsen in der EU einzustufen. Das sagte Maros Sefcovic, Vizepräsident der EU-Kommission, Im Verlauf einer Pressekonferenz, nachdem die Kommission über die Beziehungen der EU zur Schweiz diskutiert hatte.

          Das berichtet die „Neuer Züricher Zeitung“ auf ihren Internet-Seiten. Allgemein sei die Sitzung vom Dienstag als letzter Zeitpunkt bezeichnet worden, den notwendigen Beschluss zu fassen. Im Prinzip könnte die Kommission bis Freitag noch eine Verlängerung für die SIX und andere lokale Handelsplätze gewähren. Dies sei aber unwahrscheinlich, hieß es von Seiten der EU.

          Ein Entzug der Anerkennung würde der SIX einen bedeutenden Teil des Geschäfts entziehen. Investoren, aus Paris oder Frankfurt, könnten etwa keine Aktien mehr an der Schweizer Börse kaufen. Da der kauf in der Schweiz in aller Regel günstiger ist, träfe dies zunächst vor allem Marktteilnehmer in der EU. Aber auch Schweizer Unternehmen, die im Blick internationaler Anleger stehen, hätten ein Interesse, das ihre Aktien auch von Ausländern problemlos in der Schweiz gehandelt werden können.

          Um die viertgrößte Börse Europas zu schützen, hat die Schweiz einen Notfallplan vorgelegt. Dieser sieht vor, dass die Regierung mit Hilfe von Notrechten EU-Börsen untersagt, Schweizer Aktien zu handeln. Wenn sich die ausländischen Handelsplätze daran halten, dürfte die SIX zumindest vorübergehend sogar mehr Volumen anziehen. Denn rund 30 Prozent des Volumens mit Schweizer Aktien wird gegenwärtig auf anderen Plattformen wie CBOE Europe, Turquoise oder Aquis abgewickelt.

          Seit rund fünf Jahren verhandeln die Schweiz und die EU über das sogenannte Rahmenabkommen, das zukünftige Anpassungen von bereits bestehenden Marktzugangsvereinbarungen und Streitschlichtungsmechanismen festlegen soll. Obwohl die EU der Schweiz in vielen Punkten entgegengekommen ist, ist die Skepsis dort immer noch groß. Insbesondere beim Lohn- und Arbeitnehmerschutz und den staatlichen Beihilfen verlangt die Schweiz Nachbesserungen. Die Schweiz hatte zuletzt Teile des angestrebten Abkommens als ungenügend zurückgewiesen und weitere Gespräche verlangt.

          Weitere Themen

          Richtig sparen ohne Zins

          Zum Abschied von Mario Draghi : Richtig sparen ohne Zins

          Wird EZB-Präsident Mario Draghi in die Geschichte eingehen als der Mann, der die Zinsen abgeschafft hat? Verbraucherschützer Niels Nauhauser über die wahren Ursachen der Niedrigzinsen, die Herausforderungen für die Sparer - und die Tricks der Banken.

          Topmeldungen

          Ukraine-Affäre : Stehen die Republikaner weiter hinter Trump?

          Der amerikanische Botschafter in der Ukraine, William Taylor, hat Donald Trump vor dem Kongress schwer belastet. Die Republikaner reagierten mit Solidaritätsbekundungen, aber einige in der Partei setzen sich auch von ihrem Präsidenten ab.

          AKK-Vorstoß : Gezielte Überrumpelung

          Annegret Kramp-Karrenbauer hat den Koalitionspartner mit ihrem Syrien-Vorstoß schwer düpiert. Jetzt muss sie ihre Idee so seriös weiterentwickeln, dass sie dem Vorwurf entgeht, es sei ihr nur um die eigene Profilierung gegangen.

          Sorgen beim FC Bayern : „Es muss alles besser werden“

          Drittes Spiel, dritter Sieg: Doch die Münchner zeigen in der Champions League in Piräus viele Mängel. Sportdirektor Salihamidzic übt deutliche Kritik. Dazu kommt Verletzungspech. Der nächste Spieler fehlt lange.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.