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Nachhaltigkeit : Schweizer Aktienmarkt ist Spitze

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Die Reinigung des Trinkwassers ist eine gesellschaftlich sinnvolle Aufgabe. Bild: dpa

Nachhaltigkeit ist schwer messbar. Die Fondsgesellschaft Schroders hat dies nun versucht. Der Spitzenplatz geht an die Schweiz, doch auch Deutschland ist gut dabei.

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          Nachhaltigkeit ist ein Thema, das die Vermögensverwaltungsbranche derzeit beschäftigt wie kaum ein anderes. Bei der nachhaltigen Geldanlage sind einige Fragen zu lösen. Eine davon ist simpel und essentiell: Was ist nachhaltig und wie misst an das?

          Dabei probieren viele Anbieter unterschiedliche Ansätze aus. Der britische Vermögensverwalter Schroders hat ein Analysemodelle mit Namen „SustainEx“ entwickelt. Damit erstellte Analysen sollen Anlegern helfen, die Folgen zu bewerten, die aus den zunehmenden gesellschaftlichen und die Umwelt betreffenden Veränderungen resultieren.

          Nun hat Schroders damit 9.000 Unternehmen dahingehend analysiert, welche global betrachtet den größten gesellschaftlichen Nutzen stiften. Auf diese Weise teilt die Gesellschaft die bedeutendsten Aktienmärkte der Welt nach ihrer Gesamtauswirkung auf die Gesellschaft ein. Dabei wurde der gesellschaftliche Nettonutzen und die Nettokosten von Unternehmen pro 100 Dollar der von ihnen erwirtschafteten Umsätze ermittelt.

          Der deutsche Aktienmarkt schneidet auf Platz 6 immerhin ganz gut ab. Vor allem die Unternehmen aus der Pharma- und Biotechnologiebranche stifteten den größten gesellschaftlichen Nutzen. Fünf der sechs am nachhaltigsten bewerteten deutschen Unternehmen kamen aus dieser Branche. Auf der anderen Seite stehen insbesondere Immobilien- und Rüstungswirtschaft sowie die Chemie.

          Die hohe Konzentration börsennotierter Pharma- und Technologieunternehmen hatte auch maßgeblichen Einfluss darauf, dass der Spitzenplatz an die Schweiz ging. Die Analyse kam auch zu dem Ergebnis, dass Unternehmen, die dem größten Druck von Seiten der Regierungen und der Aufsichtsbehörden ausgesetzt sind, der Gesellschaft häufig auch den größten Nutzen bringen.

          Im allgemeinen sorgten, gemessen an ihrer Bedeutung für die Aktienmärkte, Unternehmen aus der Wasserwirtschaft, der Biotechnologie und eben der Pharmazie für den größten gesellschaftlichen Nutzen. Die höchsten Kosten verursachen Unternehmen der Glücksspielbranche.

          Hinter der Schweiz folgten  Singapur und die Vereinigten Staaten auf Platz zwei und drei, danach Frankreich und Finnland. Sieben der zehn nachhaltigsten Märkte liegen demnach in der Europäischen Union. Die am wenigsten nachhaltigen Märkte liegen dagegen in rohstoffabhängigen Schwellenländern, allen voran Indonesien und Russland.

          „Unternehmen und Regierungen sehen sich wachsendem Druck von Aufsichtsbehörden und von der Gesellschaft ausgesetzt, die Auswirkungen ihres Handelns auf Klimawandel, Umweltverschmutzung und Gesundheit zu berücksichtigen – was jedoch spürbare finanzielle Kosten nach sich ziehen wird. Deshalb ist es wichtiger denn je, dass Anleger die gesellschaftlichen Auswirkungen von Unternehmen und Investitionsentscheidungen berücksichtigen und nicht nur auf finanzielle Kennzahlen achten.“, sagt Andrew Howard, Leiter der Analyseabteilung für Nachhaltigkeit von Schroders.

          SustainEx solle  einen objektiven Eindruck vermitteln, welchen Risiken Unternehmen und Märkte ausgesetzt seien und welche Chancen sich ihnen böten. Dies solle Analysten, Fondsmanagern und Kunden helfen, sich in einer zunehmend komplexen Welt zurechtzufinden.”

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