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Kurz vor der Wahl : Sorgen um Schweden und seine Krone

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Die Schwedische Krone hat mit hohen Wertverlusten zu kämpfen. Bild: Reuters

Die Schwedische Krone rutscht in die Tiefe: So schwach wie jetzt war sie seit neun Jahren nicht. Anleger fürchten Turbulenzen nach der nächsten Wahl – und noch einiges mehr.

          Die Schwedische Krone steht zunehmend unter Druck. Am Vortag hatte die Währung des nordischen Landes im Verhältnis zum Euro den schwächsten Stand seit dem Krisenjahr 2009 erreicht. Am Mittwoch fiel die Krone gegenüber dem Euro den fünften Tag in Folge, zuletzt mussten für einen Euro 10,70 Kronen gezahlt werden. Damit hat sie seit Beginn des Jahres schon mehr als 8 Prozent ihres Wertes gegenüber dem Euro eingebüßt.

          Experten erklären die Schwäche der Währung einerseits mit möglichen Auswirkungen des globalen Handelsstreits auf die stark exportabhängige schwedische Wirtschaft. Anfang der Woche wurden schwache Handelsumsätze gemeldet. Andererseits fällt der Einbruch der Krone auch mit einem Leitzinsentscheid in der kommenden Woche zusammen. Devisenhändler haben auf die Sorge reagiert, dass die schwedische Notenbank, die Riksbank, ihre Pläne für eine Zinserhöhung abermals hinauszögern könnte. Der Grund: Sie wartet auf klare Anzeichen dafür, dass das die Inflationsrate auf ihrem Zielwert von 2 Prozent verharrt. Die Erwartungen, dass die Zinsen in Schweden bald steigen können, schwinden also zunehmend.

          Die Zentralbank soll ihre nächste Entscheidung am 6. September bekannt geben – also nur drei Tage vor der anstehenden Wahl, bei der die rechtspopulistischen „Schwedendemokraten“ Umfragen zufolge stark abschneiden dürften und dadurch die Bildung üblicher Koalitionen schwierig machen könnten. Das könnte die politische Landschaft des Landes entscheidend verändern.

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          Anders Eklof, Stratege bei der Swedbank AB in Stockholm, sagt, dass die anhaltende Schwäche der Krone auf eine Kombination von Faktoren zurückzuführen sei, unter anderem darauf, dass die Zinsen in Schweden niedriger liegen als anderswo. Er weist auch auf die möglichen Auswirkungen eines Handelskrieges auf die exportorientierte, schwedische Wirtschaft hin. „Zu allem Überfluss haben wir die schwedischen Parlamentswahlen, die nicht zuletzt ausländische Investoren als ein Risikoereignis im Hinterkopf haben, so wie es auch bei der italienischen Wahl, der britischen Brexit-Abstimmung und der Wahl von Trump der Fall war", sagte Eklof.

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