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Schweden beendet Minuszinsen : Geht doch!

EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Gespräch mit Schwedens Premierminister Stefan Lofven und Finnlands Premierministerin Sanna Marin Bild: AFP

Negativzinsen sind kein Schicksal. Den Leitzins kann man auch wieder erhöhen. Das zeigt die Schwedische Reichsbank. Im kommenden Jahr könnte es deshalb einige Überraschungen geben.

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          Der Negativzins ist kein Schicksal. Das belegt die Schwedische Reichsbank, die ihren Leitzins nach mehreren Jahren im negativen Bereich am Donnerstag auf null Prozent erhöht hat und ihn für längere Zeit auf diesem Niveau belassen will.

          Bemerkenswert ist der Zeitpunkt der Zinserhöhung: Die Inflationsrate liegt leicht unter der Zielmarke von 2 Prozent und das Wirtschaftswachstum ist zwar noch positiv, aber schwächer als in den vergangenen Jahren. Mario Draghi hätte in einem solchen Umfeld über eine Leitzinssenkung nachgedacht, aber alleine aus Angst vor schweren Kursverlusten an den Finanzmärkten bestimmt nicht über eine Zinserhöhung.

          Die Wahrnehmung ändert sich

          Erkennbar ändert sich in Zentralbanken und an den Finanzmärkten die Wahrnehmung der Folgen negativer Leitzinsen. Als sie vor einigen Jahren eingeführt wurden, galten sie als ein vorübergehender Notbehelf in einer durch Furcht vor einer Deflation geprägten Zeit. Anfangs trugen sie, wie zahlreiche ökonomische Untersuchungen zeigen, wohl auch zu etwas höheren Inflationsraten und einer leichten Belebung des Wirtschaftswachstums bei.

          Doch mit zunehmender Dauer nahmen die Nebenwirkungen zu. Die Gesundheit von Finanzhäusern leidet. Die langfristigen politischen und gesellschaftlichen Kosten negativer Zinsen lassen sich derzeit nur erahnen, aber sie könnten erheblich sein. Kurz vor dem Ende der Amtszeit Draghis war in der Führung der EZB auch Unmut über weitere Zinssenkungen erkennbar. Seit der Übernahme der Präsidentschaft durch Christine Lagarde werden die Nachteile negativer Zinsen offener und unbefangener diskutiert. An den Finanzmärkten sind seither zumindest frühere Erwartungen auf weitere Zinssenkungen verschwunden.

          Die Schweden konnten sich ihre Zinserhöhung auch erlauben, weil sie den Wechselkurs ihrer Währung nicht als entscheidende Größe für ihre Geldpolitik sehen. Dänemark, das seine Währung explizit an den Euro gekoppelt hat und die Schweiz, die ebenfalls stark auf den Euro schaut, dürften ihre Leitzinsen erst dann erhöhen, wenn auch die EZB mit macht. Und was macht Frankfurt? Dort wird man das schwedische Exempel genau beobachten. Geht es gut, kann das Jahr 2020 einige Überraschungen bringen.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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