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Börsengang : Schwaches Börsendebüt der Global Fashion Group

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In Thailand betreibt die Global Fashion Group die Modemarke Zalora. Ein Motoradbote liefert in Bangkok ein Päckchen des Unternehmens aus. Bild: dpa

Der Aktienkurs der Global Fashion Group fällt am ersten Handelstag um bis zu 10 Prozent.

          Auch der Börsengang der Global Fashion Group (GFG) hat bei Anlegern für Enttäuschung gesorgt. Die Aktien des defizitären Online-Modehändlers fielen beim Debüt an der Frankfurter Börse am Dienstag auf bis zu 4,05 Euro und ging mit 4,0895 Euro 8,5 Prozent unter dem Ausgabepreis von 4,50 Euro aus dem Handel.

          Um es überhaupt an den Aktienmarkt zu schaffen, hatte GFG viel Abstriche machen müssen. Die Zeichnungsfrist wurde um drei Tage verlängert und der Preis der Aktien auf 4,50 Euro von ursprünglichen 6 bis 8 Euro gesenkt.

          Zudem stützten die beiden Großaktionäre, die Startup-Investoren Rocket Internet und Kinnevik, die Emission, indem sie GFG-Aktien für zusammen 110 Millionen Euro zeichneten, wodurch sich der Anteil von Rocket Internet sogar erhöhte. Letztlich brachte der Börsengang weniger als die Hälfte der ursprünglich erhofften fast 400 Millionen ein. Das Geld will GFG in den Ausbau und die Modernisierung seiner Lagerhäuser sowie in Technologie stecken. Zum Ausgabepreis wurde das Unternehmen mit rund 900 Millionen Euro bewertet.

          Die 2011 gegründete GFG mit Sitz in Luxemburg betreibt Internet-Modeauftritte wie Lamoda in Russland, Dafiti in Südamerika und Zalora in Südostasien und will damit den Erfolg von Zalando in Deutschland wiederholen.

          Bei einem Umsatz von 1,16 Milliarden Euro erwirtschaftete die GFG 2018 einen Verlust von 202 Millionen Euro. Schwarze Zahlen sind vorerst nicht in Sicht, Wachstum genießt Priorität. „Wir werden in den nächsten Jahren die Gewinnzone erreichen“, sagte Co-Chef Patrick Schmidt der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir nennen aber kein konkretes Jahr, weil wir eine gewisse Flexibilität haben wollen, um die Wachstumschancen soweit auszureizen wie wir das für richtig halten.“

          Mit zuletzt knapp zwölf Millionen Kunden habe GFG im vergangenen Jahr erst ein Prozent der möglichen Kunden beliefert. Das Potenzial sei also noch groß.

          Bisher nur zwei Börsengänge

          GFG war nach der VW-Tochter Traton erst der zweite Börsengang im streng regulierten Prime Standard der Deutschen Börse in diesem Jahr. Die Hoffnung, dass Traton, die Lkw-Sparte von Volkswagen, das Eis brechen könnte, erfüllte sich nicht. Volkswagen musste  gleichfalls Zugeständnisse an die Investoren machen und gab die Aktien mit 27 Euro am unteren Ende der Preisspanne aus. Dennoch fiel der Kurs am ersten Handelstag, dem vergangenen Freitag, unter den Ausgabepreis. Am Dienstag schloss die Notierung mit 27,05 Euro auch nur knapp oberhalb des Ausgabepreises.

          Im Ausland sieht es besser aus. Der amerikanische Brauereikonzern Anheuser-Busch kündigte am Dienstag an, sein Asien-Geschäft an die Hongkonger Börse zu bringen. Mit einem Erlös von bis zu 9,8 Milliarden Dollar könnte es der weltweit größte Börsengang in diesem Jahr werden.

          Bislang führt der amerikanische Fahrdienstvermittler Uber mit Einnahmen von 8,1 Milliarden Dollar die Rangliste der Börsengänge 2019 an.

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