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Schwacher Wochenauftakt : Anleger trauen sich nicht mehr

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Wie ein Damoklesschwert hängen die Brexit-Sorgen über den Börsen. Bild: dpa

Zum Wochenauftakt drücken nicht nur die Brexit-Sorgen auf die Stimmung an den Börsen. Im Fokus stand vor allem ein Autokonzern aus Frankreich.

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          Dei deutschen Anleger haben sich zum Wochenauftakt nicht aus der Deckung getraut. Druck kam vor allem am Montagnachmittag in die Handelsräume, nachdem die Börsen in Amerika allen voran Aktien aus der Technologiebranche - schwach gestartet waren.

          Der deutsche Leitindex Dax büßte 0,85 Prozent auf 11 244 Punkte ein. Er hatte bereits in der vergangenen Woche 1,6 Prozent verloren. Der M-Dax der mittelgroßen Unternehmen sank um 1,24 Prozent auf 23 407 Zähler. Europaweit ergab sich überwiegend ein ähnliches Bild.

           „Die Finanzmärkte bekommen im Augenblick gehörig Gegenwind und dieser könnte durchaus an Stärke zu nehmen“, sagte Marktexperte Christian Henke vom Brokerhaus IG.

          Wie ein Damoklesschwert hingen die Brexit-Sorgen über den Börsen. Für ein Misstrauensvotum gegen Premierministerin Theresa May fehlten einem Zeitungsbericht zufolge zuletzt nur sechs Stimmen. „Deshalb muss man jederzeit damit rechnen, dass es zu einem solchen Schritt kommt“, warnte Analyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. May ist wegen des von ihr mit der Europäischen Union (EU) ausgehandelten Brexit-Vertrags massiv in die Kritik geraten. Sie kann sich nicht auf eine sichere Mehrheit im Unterhaus stützen.

          Die britische Währung Pfund Sterling blieb daher unter Druck. Sie notierte kaum verändert bei 1,2854 Dollar. „Bis mehr Klarheit beim Brexit herrscht, dürfte die Pfundschwäche anhalten“, sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Auch in der britischen Wirtschaft herrscht große Zurückhaltung wegen der ungelösten Brexit-Themen. Die Stimmung bei den Unternehmen ist so schlecht, wie seit mindestens neun Jahren nicht mehr, wie Erhebungen des Datenanbieters IHS Markit zeigten.

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          Für Furore an der Börse in Paris sorgten die Ermittlungen gegen Renault-Boss Carlos Ghosn in Japan. Der Manager, der auch den Verwaltungsräten der Autobauer Nissan und Mitsubishi vorsitzt, steht im Verdacht, Gelder veruntreut und Finanzmarktregeln missachtet zu haben. Nissan will ihn als Chef des Verwaltungsrats absetzen. Einem japanischen Zeitungsbericht zufolge wurde er inzwischen verhaftet. Renault-Aktien rauschten um zehn Prozent in die Tiefe, innerhalb kurzer Zeit wurde ein Börsenwert von zwei Milliarden Dollar vernichtet. Die in Japan notierten Titel von Nissan brachen auf der Handelsplattform Tradegate in der Spitze um 16 Prozent ein.

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          Auf dem Rückzug waren dagegen Anleger von Bitcoin. Die Kryptowährung sackte an der Handelsplattform Bitstamp zeitweise um mehr als fünf Prozent auf ein 13-Monats-Tief von 5173 Dollar ab. Hintergrund ist nach Meinung von Experten eine technische Veränderung der Computerwährung. „Es herrscht die absolute Ausverkaufsstimmung am Markt“, sagte ein Kryptodevisen-Experte. „Investoren steht derzeit die Unsicherheit ins Gesicht geschrieben.“

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