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Digitale Vermögensverwaltung : Höhere Renditechancen in der digitalen Vermögensverwaltung

  • Aktualisiert am

Scalable gibt an, mit der daraus abgeleiteten Geldanlage in ETFs die Vorgaben des Kunden mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent einzuhalten. Bild: Reuters

Marktführer Scalable setzt auf neue und andere Fonds. Das ist nicht nur für die mittlerweile rund 40000 Kunden interessant, sondern auch für alle, die sich mit ETFs in der Geldanlage beschäftigen.

          Der deutsche Marktführer für digitale Vermögensverwaltung Scalable Capital stellt die Depots seiner Kunden um. Wie das Münchener Unternehmen seinen Kunden an diesem Samstag mitteilt, werden künftig auch Nebenwerte Teil der Portfolios sein. Zudem wurden vier börsengehandelte Indexfonds (ETF) ausgetauscht. Das ist nicht nur für die mittlerweile rund 40000 Kunden interessant, sondern auch für alle, die sich mit ETFs in der Geldanlage beschäftigen. Scalable beobachtet den ETF-Markt sehr genau und analysiert neue Produkte und Kostenentwicklungen.

          So betrifft eine Änderung Schwellenländeraktien. Hier hielt Scalable bisher ein X-Trackers-Produkt auf den MSCI Emerging Markets für die beste Möglichkeit der Investition. Künftig wird es der iShares Core MSCI Emerging Markets Investable Market Index sein. „Der Index umfasst mit 2600 Aktien rund 1750 Titel mehr als der alte Index“, begründet Scalable-Gründer Erik Podzuweit die Entscheidung. Zudem war seine Rendite höher, und die Kosten des neuen ETF seien etwa 0,1 Prozentpunkte niedriger.

          Gesunkene Kosten führen auch zu der Entscheidung, den europäischen Aktienmarkt künftig über den Lyxor Core Stoxx Europe 600 abzudecken. Außerdem würde der Fonds die Dividenden einbehalten, was steuerlich für den Anleger attraktiver sei. Die Immobilienmärkte werden künftig durch den X-Trackers FTSE Developed Europe Real Estate und den iShares US Property Yield abgedeckt.

          „Bisher waren uns die Fonds zu klein und die Liquidität im Handel zu gering und der Kauf damit zu teuer“

          Neu ist die Geldanlage in europäischen und amerikanischen Nebenwerten. „Bisher waren uns die Fonds zu klein und die Liquidität im Handel zu gering und der Kauf damit zu teuer“, sagt Podzuweit. Mittlerweile hätten die Fonds aber eine Größe und Handelbarkeit erreicht, die den Einstieg attraktiv erscheinen lassen. „Die Anleger können auf lange Sicht in den Nebenwerten mit einer um zwei Prozentpunkte höheren Rendite rechnen.“ Rund 3000 Einzelaktien finden so nun Einzug in die Depots der Anleger. Europäische Nebenwerte werden durch den X-Trackers MSCI Europe Small Cap abgedeckt, amerikanische durch den SPDR Russell 2000. Scalable Capital verwaltet für seine 40000 Kunden mittlerweile reichlich mehr als eine Milliarde Euro. Die Hälfte der Mittel wird über eine Partnerschaft mit der Direktbank ING Diba eingeworben. Der Anleger klickt sich durch einen Fragebogen zu seinen finanziellen Verhältnissen und Erfahrungen in der Geldanlage. Am wichtigsten ist dabei die Abfrage seiner Risikobereitschaft. Dies erfolgt über die Angabe, welche Verluste ein Anleger maximal im Jahr zu ertragen bereit ist. Je weniger, desto geringer sind auch die Renditechancen.

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          Scalable gibt an, mit der daraus abgeleiteten Geldanlage in ETFs die Vorgaben des Kunden mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent einzuhalten. Der Anleger kann jederzeit sehen, in welche ETFs Scalable sein Geld investiert. Die Kosten der digitalen Vermögensverwaltung belaufen sich auf 0,75 Prozent im Jahr. Hinzu kommen die Kosten für die Fonds, die sich derzeit auf 0,17 Prozent im Jahr belaufen. Die Beratung in der Bankfiliale ist deutlich teurer. 5 Prozent der Anlagesumme werden oft gleich zu Beginn fällig. Auch die laufenden Kosten der dort verkauften Produkte betragen meist 1 bis 2 Prozent.

          Am günstigsten ist die Geldanlage ohne jede externe Unterstützung. Doch die traut sich eben nicht jedermann zu. „Unsere Kunden schätzen es sehr, mit uns telefonisch über ihre Geldanlage zu sprechen“, sagt Podzuweit. „Sie fühlen sich dann mit ihren Entscheidungen nicht so allein und sind froh, die Verantwortung für die Produktauswahl an uns abgeben zu können.“

          Seit vergangenem Jahr ist der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock an Scalable beteiligt. 30 Millionen Euro sind dafür in das Unternehmen geflossen. Die unter der Marke iShares verkauften ETFs von Blackrock werden in der Produktauswahl nicht bevorzugt. Für Blackrock-Kunden werden nun Lösungen für die digitale Vermögensverwaltung erarbeitet. Ende September ging damit die Open Bank in Spanien, die Online-Tochtergesellschaft des Banco Santander, an den Start. Eine weitere Internationalisierung soll folgen. In den Vereinigten Staaten verwalten die größten digitalen Anbieter in der Geldanlage ein Vielfaches an Kundenmitteln. Dort ist der Markt aber auch vier Jahre älter.

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