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PR-Gag von Savedroid : Chef verschwunden, Seite down

  • Aktualisiert am

Doch nicht verschwunden: Savedroid-Gründer Yassin Hankir Bild: obs

Eine Werbeaktion versetzt die Fintech-Branche in Unruhe: Plötzlich war der Chef des Kryptowährungs-Unternehmens Savedroid verschwunden. Laut eigener Aussage um auf Betrugsgefahren aufmerksam zu machen. Jetzt droht ein juristisches Nachspiel.

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          Es war ein Rätsel: Nachdem der Kryptowährungs-Startup Savedroid mit einem sogenannten ICO eine neue Kryptowährung lanciert und viel Geld eingenommen hatte, war die Internet-Seite nicht mehr erreichbar. Gleichzeitig war Gründer und Chef Yassin Hankir verschwunden.

          Während noch in diversen Medien gerätselt und schon betrug vermutet wurde, tauchte Hankir wieder auf.  In einem Video erklärte dieser, er habe sein Verschwinden nur vorgetäuscht. Auch die Website ist wieder aufrufbar.

          Er habe auf Betrugsprobleme in der ICO-Szene aufmerksam machen wolle, sagte Hankir laut dem Online-Dienst Gründerszene. „Selbst wir als hochgradig reguliertes Startup hätten einfach mit dem Geld davonrennen können.“

          Nun droht ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt prüft ein Ermittlungsverfahren gegen Savedroid. Eine Sprecherin der Behörde sagte am Donnerstag, die Staatsanwaltschaft befasse sich mit den Vorgängen und entscheide, ob ein Verfahren eingeleitet werde.  Hankir war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

          Savedroid hatte vor ein paar Wochen ein sogenanntes Initial Coin Offering (ICO) durchgeführt und dabei laut Medienberichten einen zweistelligen Millionenbetrag bei Investoren eingesammelt. Dabei wird selbst hergestelltes virtuelles Geld zum Verkauf angeboten. Anleger erwerben einen sogenannten Token, der eine Art Gutschein ist für eine künftige Dienstleistung. Savedroid warb mit einer Spar-App für Kryptowährungen und gab eine eigene Cyberdevise heraus.

          Die Finanzaufsicht BaFin warnte Investoren mehrfach vor ICOs. Ein Totalverlust sei nicht auszuschließen und häufig seien bei dieser Art der Kapitalbeschaffung Betrüger am Werk. China hat ICOs im vergangenen Jahr komplett verboten. Obwohl der Name an ein Initial Public Offering (IPO), also einen regulären Börsengang erinnert, hat ein ICO damit nichts zu tun. Dennoch können ICOs für junge Unternehmen attraktiv sein, weil sie sich so ohne den Aufwand eines streng regulierten Börsengangs Kapital besorgen können.

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