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Börsengang von Saudi Aramco : Wie schmutzig ist die Aktie der Ölscheichs?

Die saudi-arabische Börse Tadawul in Riad Bild: Getty

Im Dezember bringt Saudi-Arabien den Ölkonzern Aramco an die Börse. Wer sich darauf einlässt, braucht wenig Skrupel und gute Nerven. Ein Check des größten Börsengangs der Welt.

          4 Min.

          Drei mächtige Investmentbanker saßen am Samstag vor einer Woche in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad und warteten. Zu sich gerufen hatte sie der Chef des profitabelsten Ölkonzerns der Welt, Yasir Al-Rumayyan von Saudi Aramco. Der Konzern hatte die Investmentbanker damit beauftragt, das Unternehmen im Dezember an die Börse zu bringen. Die Vorstellung war: 2000 Milliarden Dollar sollte Saudi Aramco wert sein. Eine Zahl, mit der kein anderes börsennotiertes Unternehmen der Welt mithalten kann.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch die Banker von Morgan Stanley, der Citigroup und der Bank of America hatten eine schlechte Nachricht mitgebracht. Obwohl alle großen Investmentbanken der Welt an diesem Börsengang der Superlative arbeiten (selbst die Deutsche Bank hat es ins Konsortium geschafft), war es ihnen nicht gelungen, internationale Investoren von den Preisvorstellungen der Saudis zu überzeugen. 1600 Milliarden Dollar bis maximal 1710 Milliarden Dollar seien die Investoren bereit, für Saudi Aramcos Aktien zu zahlen, mehr nicht. Wohl jeder Konzern der Welt hätte sich damit zufriedengegeben, zumal Saudi Aramco trotz allem immer noch wertvoller wäre als jedes andere Unternehmen. Aber Yasir Al-Rumayyan, gefürchtet für seine Wutausbrüche, war ungehalten.

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