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Geschäftszahlen : SAP will in der Cloud weiter wachsen

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SAP will in der Cloud weiter wachsen. Bild: dpa

Der deutsche Softwarekonzern SAP sieht die Margenwende gekommen. Mit einem Zukauf in der Cloud steuert man gegen den stagnierenden Umsatz.

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          Der deutsche Softwareriese SAP stärkt sich in den Vereinigten Staaten mit der Übernahme des Cloud-Spezialanbieters Callidus Software. Der Kaufpreis liege bei 36 Dollar je Aktie, gab das Walldorfer Unternehmen am Dienstag bekannt. Das entspreche einem Unternehmenswert von 2,4 Milliarden Dollar. Callidus Software sei im Markt unter dem Namen Callidus Cloud bekannt und agiere als führender Anbieter im Bereich von Lead-to-Money-Lösungen, die sich vor allem an Vertriebsmitarbeiter richten.

          Der Softwarekonzern hat Zuwachs dringend nötig. Denn nach den am Dienstag vorgelegten Zahlen zum vierten Geschäftsquartal kann er Einbußen im Lizenzgeschäft derzeit kaum noch mit dem Zuwachs in der Cloud-Sparte ausgleichen. Der Gesamtumsatz stieg im Berichtsquartal nur um ein Prozent auf knapp 6,81 Milliarden Euro . Dies lag unter den Erwartungen von Analysten. Während die Erlöse mit der Mietsoftware über die Datenwolke um 21 Prozent stiegen, fiel der Umsatz im traditionellen Geschäft mit Lizenzanwendungen um fünf Prozent. Der Betriebsgewinn stagnierte bei 2,36 Milliarden Euro.

          Die vielbeachteten neuen Buchungen im Cloud-Geschäft, die das Zukunftsgeschäft ausmachen, wuchsen im Weihnachtsquartal um 31 Prozent. Firmenchef Bill McDermott ist daher optimistisch. SAP werde nach langer Zeit endlich wieder die Marge verbessern, die im vierten Quartal währungsbereinigt 35,2 Prozent erreicht habe und so weiter zurückging. Auf Basis konstanter Wechselkurse habe man die Trendwende schon eingeleitet. Die Marge soll von nun an konstant vergrößert werden, nicht aber wohl mit Zukäufen. Der Zukauf von Callidus sei nicht der Beginn einer Akquisitionswelle, sagte McDermott. SAP wolle weiter organisch wachsen.

          Auf der Ertragsseite machte SAP auch der starke Euro zu schaffen. Ohne Wechselkurseffekte wären Umsatz und Betriebsgewinn um 6 Prozent gewachsen.

          SAP

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          Der Kurs der SAP-Aktie befindet sich seit 2008 in einem ungebrochenen längerfristigen Aufwärtstrend. Vom Allzeithoch bei 100,35 Euro Anfang November ist der Kurs seitdem allerdings deutlich um mehr als 8 Prozent zurückgekommen.

          Die verfehlten Erwartungen belasten, es wird darauf ankommen, wie viel Glauben den Prognosen geschenkt wird, allzumal SAP Prognosen auf Basis konstanter Wechselkurse abgibt. Der Reingewinn stieg zwar überraschend deutlich, dies wurde aber durch einen einmaligen Steuereffekt begünstigt.

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