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Wegen Sanktionen : Iran liefert Öl an China jetzt mit Staatstankern

Ein iranischer Supertanker liegt vor Singapur vor Anker. Bild: Reuters

Amerika macht Druck auf Iran und zwingt andere Länder, mit dem Land keine Geschäfte mehr zu machen. Das fördert eine brisante Verbindung – mit womöglich gravierenden Folgen.

  • Aktualisiert am

          Wegen der amerikanischen Sanktionen rücken Iran und China im Öl-Geschäft wohl noch enger zusammen. Das Reich der Mitte führt Öl inzwischen fast ausschließlich mittels iranischer Tanker ein, zeigen Schifffahrts-Daten des Finanzdienstes Thomson Reuters.

          Im Juli gehörten demnach alle 17 gecharterten Tanker der iranischen Staatsreederei NITC. Im Juni seien noch acht der 19 gecharterten Schiffe hingegen von chinesischen Eigentümern betrieben. Mehrere Vertreter chinesischer Import-Gesellschaften sagten zudem, dass die Versicherung von Fracht und Tankern jetzt ausschließlich von Iran garantiert werde. „Das ist vor kurzem vereinbart und umgesetzt worden“, sagte der Vertreter einer chinesischen Handelsgesellschaft.

          Das internationale Versicherungsgeschäft dominieren grundsätzlich amerikanische oder europäische Unternehmen. Diese ziehen sich wegen des Drucks und der Drohungen Washingtons nun jedoch aus Iran zurück.

          Bezahlung ohne Dollar

          Die Regierung des Präsidenten Donald Trump hatte das Atom-Abkommen mit Iran gekündigt und Sanktionen in verschiedenen Bereichen in Kraft gesetzt, um die Führung in Teheran zu einem umfassenderen und restriktiveren Abkommen zu zwingen. Zugleich machte Trump deutlich, dass jedem, der mit Iran Geschäfte mache, Geschäftstätigkeit in den Vereinigten Staaten verwehrt werde. Wegen der weit größeren Bedeutung des amerikanischen Marktes ziehen sich daher zahlreiche Unternehmen aus Iran zurück.

          Das Öl-Geschäft soll ab November in die Sanktionen aufgenommen werden. Es ist für Iran die wichtigste Einnahmequelle und China ist der größte Kunde. Die Käufe belaufen sich monatlich auf geschätzte 1,5 Milliarden Dollar.

          BRENT

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          Das System, auf iranische Schiffe und auf iranische Versicherungen zu setzen, hatten China und Iran bereits zwischen 2012 und 2016 erprobt. In der Zeit vor dem Atom-Abkommen sollten so die umfassenden westlichen Sanktionen umgangen werden.

          Nun hätten der chinesische staatliche Ölhändler Zhuhai Zhenrong und der Ölkonzern Sinopec eine Klausel in ihrer langfristigen Liefervereinbarung mit Teheran aktiviert, derzufolge sie iranische Tanker nutzen können. Das hätten vier Quellen mit Kenntnis der Angelegenheit signalisiert. Daneben gibt es schon länger Spekulationen darüber, dass China künftig Ölimporte immer mehr mit der Landeswährung Yuan bezahlen werde und nicht mehr, wie auf der Welt meist üblich, in Dollar.

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