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Neuverschuldung in Italien : Rom beruhigt die Märkte

Italiens Premierminister Guiseppe Conte Bild: AFP

Die zornigen Männer aus Rom wollen nun doch weniger Schulden machen. Die Finanzmärkte reagieren darauf mit Erleichterung.

          So schnell kann es gehen: Am Dienstag sorgten italienische Politiker mit unversöhnlichen Äußerungen gegenüber der Europäischen Union und Spekulationen über eine neue Lira für Unruhe an den Finanzmärkten, die sich in einem kräftigen Sprung der Anleiherenditen und einer leichten Abwertung des Euros am Devisenmarkt äußerte. Am Mittwoch scheint der Mut die zornigen Männer aus Rom schon wieder verlassen zu haben. Zunächst teilte Premierminister Guiseppe Conte mit, Ziel der Regierung sei es, das Verhältnis zwischen Staatsschulden und Wirtschaftsleistung (BIP) – das mit etwa 130 Prozent im internationalen Vergleich sehr hoch liegt – „in den kommenden drei Jahren auf nachhaltige Weise fallen zu lassen“.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Mit dieser Ankündigung scheint eine Revision der Budgetplanung einher zu gehen. Vor wenigen Tagen hatte die Regierung mit der Ankündigung, die jährliche Neuverschuldung solle in den kommenden drei Jahren um jeweils 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung zunehmen, die Finanzmärkte verstört und offene Kritik aus Brüssel provoziert. Am Mittwoch war in der italienischen Presse zu lesen, die Regierung wolle die Neuverschuldung für 2019 zwar bei 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung belassen, sie strebe für die darauffolgenden Jahre aber eine geringere Neuverschuldung von 2,2 Prozent (2020) und 2 Prozent (2021) an.

          Der Euro wertet leicht auf

          Die Finanzmärkte reagierten darauf mit Erleichterung. Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen fiel von 3,44 auf 3,39 Prozent; der Renditeabstand zwischen zehnjährigen italienischen und zehnjährigen deutschen Staatsanleihen ermäßigte sich von 3,02 auf 2,88 Prozent. An der italienischen Börse legten die Kurse um gut 1 Prozent zu; am Devisenmarkt wertete der Euro leicht auf 1,1573 Dollar auf.

          Wie lange die Erholung dauert, lässt sich nicht voraussagen. Am Mittwochmittag will die italienische Regierung über ihre Budgetpläne beraten. Vielleicht bricht danach ja wieder Unruhe aus.

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