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Rohstoffe : Kaffee ist so teuer wie seit dem Jahr 2014 nicht mehr

Vor dem Trinkgenuss: Kaffeebohnen der Sorte Arabica Bild: dpa

Im wichtigsten Produzentenland der Welt Brasilien schürt derzeit eine Kältewelle mit Frösten Sorgen vor Ernteausfällen. Noch lassen sich die Folgen schwer abschätzen.

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          Auf der Südhalbkugel der Erde finden die Jahreszeiten genau umgekehrt statt. Während hierzulande der Sommer gerade kühler und regnerischer ist als sonst, herrscht dort derzeit Winter. Das gilt auch für Brasilien – zur Überraschung so manches schlecht vorbereiteten Südamerika-Reisenden. Die Jahreszeiten und Temperaturunterschiede seien dort in der Regel aber nicht so ausgeprägt wie in unseren Breiten, heißt es.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Doch derzeit schürt eine Kältewelle in dem wichtigsten Produzentenland der Welt für Kaffee Sorgen vor drohenden Ernteausfällen bei den beliebten Bohnen. An der amerikanischen Terminbörse ist denn auch der Kontraktpreis für Arabica-Kaffee zu Wochenbeginn auf das höchste Niveau seit sechseinhalb Jahren geklettert – um 14 Prozent auf 2,152 Dollar je Pfund. Die Schäden durch den andauernden Frost in den brasilianischen Anbaugebieten ließen sich bisher schwer abschätzen, sagt Rohstoffhändler Charles Sargeant vom Brokerhaus Britannia. Arabica ist mit einem Anteil an der Weltproduktion von geschätzt etwa zwei Dritteln die dominierende Kaffeesorte, gefolgt von Robusta.

          Ende vergangener Woche überschritt der Arabica-Preis erstmals seit dem Jahr 2014 wieder die Marke von 2 Dollar je Pfund. In der Spitze seien es am Freitag 209,5 amerikanische Cent gewesen, sagt die Commerzbank. Allein mit dem Wochenschlusskurs von 189 Cent habe sich ein Zwei-Wochen-Plus von einem Viertel ergeben.

          Grund des Preissprungs sei die ­Kältewelle in Brasilien, die zuletzt mit Frost in wichtigen Arabica-Anbaugebieten, etwa im größten Kaffee-Staat Minas Gerais, einhergegangen sei, sagt Michaela Helbing-Kuhl, Analystin der Commerzbank. Schon früh hätten kurzfristig orientierte Marktteilnehmer reagiert und ihre Kauf-Positionen (Netto-Long) deutlich ausgebaut, was sich vorerst fortsetzen dürfte.

          Erst langsam ergebe sich ein etwas klareres Bild der Schäden, sagt Helbing-Kuhl. Obwohl die aktuelle Ernte noch nicht vollständig eingebracht sei, dominiere die Sorge über die nächste Ernte im kommenden Frühjahr. Schäden an den Bäumen bis hin zu deren Absterben hätten massive Auswirkungen auf die Blüte und spätere Ernte. Erste Schätzungen der Einbußen beliefen sich auf bis zu 10 Prozent der zuvor auf bis zu 68 Millionen Sack und damit nahe Rekordniveau geschätzten Ernte 2022. Laut Prognosebehörde Conab seien bis zu 200.000 Hektar oder 11 Prozent der brasilianischen Arabica-Fläche mehr oder minder stark betroffen, wobei die Kälteperiode noch nicht ausgestanden sei. Auch der Preis für Robusta-Kaffee ist gestiegen – auf das höchste Niveau seit fast vier Jahren.

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