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Deutsche Anleihen : Zehnjahresrendite steigt auf höchsten Stand seit 2014

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Ein Blick auf die Skyline des Bankenviertels in Frankfurt am Main, aufgenommen im März 2020 Bild: dpa

Frankreichs Notenbankchef hat positive Leitzinsen im Euroraum zum Jahresende in Aussicht gestellt. Allerdings nur, wenn wirtschaftliche Schocks ausblieben.

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          Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Freitag deutlich nachgegeben. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel bis zum Nachmittag um 1,04 Prozent auf 150,98 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen stieg im Gegenzug bis auf 1,14 Prozent. Das ist der höchste Stand seit 2014.

          Am Markt wurde der Renditeanstieg mit der anhaltenden Debatte um die Geldpolitik im Euroraum begründet. Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau äußerte, er könne sich beim Ausbleiben neuer wirtschaftlicher Schocks vorstellen, dass die Leitzinsen im Währungsraum am Jahresende wieder positiv seien. Der seit längerem besonders bedeutsame Einlagensatz beträgt derzeit minus 0,5 Prozent. Der Hauptrefinanzierungssatz, dessen Relevanz aktuell geringer ist, liegt auf der Nulllinie.

          Unterdessen weiten sich die Rendite-Abstände im Euroraum weiter aus. Am Morgen stieg der Zinsaufschlag italienischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit auf gut zwei Prozentpunkte. Das ist der höchste Stand seit etwa zwei Jahren. Fachleute weisen schon seit einiger Zeit auf steigende Zinsabstände im Währungsraum hin und begründen das Phänomen mit dem schrittweisen Rückzug der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Anleihemarkt. Die EZB fährt derzeit ihre Wertpapierkäufe Zug um Zug zurück.

          Die US-Wirtschaft hat im April mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet, während sich die Arbeitslosenquote stabil auf einem niedrigen Niveau blieb. Die Löhne stiegen derweil schwächer als erwartet. „Der Arbeitsmarkt zeigt sich damit robust“, kommentierten die Volkswirte der Commerzbank. „Angesichts der unverändert hohen Nachfrage nach Arbeitskräften wächst die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale.“ Daher trete die US-Notenbank kräftiger auf die Bremse.

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