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Verdacht der Veruntreuung : Renault-Nissan-Chef Ghosn festgenommen

Carlos Ghosn Bild: Reuters

Er soll Firmengelder privat verwendet haben: Der schillernde Automanager Carlos Ghosn wurde in Japan festgenommen, ihm droht nun der Rauswurf. Mit den Aktienkursen geht es deutlich bergab.

          Der Chef der Autobauer-Allianz von Renault, Nissan und Mitsubishi Motors ist in Japan verhaftet worden. Nissan droht seinem Vorsitzenden zugleich mit dem umgehenden Rauswurf. Ghosn wurde am Montag von der Staatsanwaltschaft verhört. Der Fernsehsender NHK berichtete am Abend, der 64 Jahre alte Ghosn sei verhaftet worden. Die Zeitung „Asahi“ schrieb, er habe sich freiwillig abführen lassen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Ghosn soll in Wertpapierberichten an die Tokioter Börse sein Gehalt geringer als sein tatsächliches Salär angegeben haben, wirft ihm Nissan vor. Der überragende Manager, der Nissan um die Jahrtausendwende aus einer schweren Krise und zu neuem Erfolg führte, hat sich nach einer Pressemitteilung von Nissan auch weiterer schwerer Verfehlungen schuldig gemacht. Er soll unter anderem Unternehmensgeld für persönliche Zwecke ausgegeben haben.

          Nissans geschäftsführender Direktor (CEO) Hiroto Saikawa wolle dem Vorstand empfehlen, Ghosn umgehend als Vorsitzenden zu entfernen, heißt es in der Pressemitteilung. Der japanische Autobauer wollte noch am Abend in Yokohama die Presse informieren. An den Verfehlungen ist nach Nissans Angaben auch der repräsentative Direktor Greg Kelly beteiligt, der am Montag gleichsam festgenommen wurde. Nissan kündigte für 21.00 Uhr japanischer Zeit eine Pressekonferenz an (13.00 Uhr deutscher Zeit).

          „Le Cost Killer“

          Die Aktie des französischen Autobauer Renault verlor an der Börse in Tokio zeitweise rund 13 Prozent. Ähnlich stark fielen Nissans Anteile, die in Deutschland gelistet sind. Die Börse in Tokio war schon geschlossen, als die Vorwürfe bekannt wurden.

          RENAULT

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          Ghosn, der in Japan rare ausländische Spitzenmanager, war in dem Land hoch angesehen. Der in Brasilien geborene Franzose mit libanesischer Abstammung wurde 1999 von Renault zu Nissan entsandt, als die Franzosen sich an dem angeschlagenen japanischen Autobauer beteiligten.

          2001 wurde Ghosn zum CEO Nissans berufen und sanierte das Unternehmen mit harter Hand. Erst im vergangenen Jahr gab er dieses Amt ab, blieb aber Vorsitzender des Unternehmens. Er leitet auch Renault. Dort wird er „Le Cost Killer“ genannt.

          Ghosn führte die Allianz von Renault und Nissan, zu der als Dritter im Bunde 2016 noch Mitsubishi Motors hinzugefügt wurde, an die Weltspitze. Im vergangenen Jahr lag das Dreierbündnis gemessen an der Produktion nur knapp hinter Volkswagen und vor Toyota Motor.

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